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Daran erkennt Ihr gutes Hundefutter

Bei der Auswahl des richtigen Hundefutters solltest Du immer auf die Bedürfnisse Deines Hundes eingehen. Handelt es sich um einen Welpen, einen schon ausgewachsenen – oder älteren Hund? Hat er irgendwelche Allergien oder kann er bestimmte Zutaten nicht richtig verstoffwechseln? Wie hoch ist die tägliche Aktivität Deines Hundes? Außerdem solltest Du dir Gedanken machen, welchen Aufwand Du für die Zubereitung des Futters betreiben möchtest und wie viel Du letztendlich ausgeben möchtest.

Mit diesen ganzen Angaben kannst Du dich dann in den „Hundefutterdschungel“ begeben und das perfekte Futter für Deinen Hund finden. Außerdem haben wir in unserem Hundefuttertest – der regelmäßig aktualisiert wird – einige Futtermittel für Dich und Deine Fellnase unter die Lupe genommen.

Hund vor Futternapf zum Artikel gutes Hundefutter

Was bedeutet eigentlich „Alleinfuttermittel“?

Ein Alleinfuttermittel muss so zusammengesetzt sein, dass es den täglichen Nährstoffbedarf Deines Hundes an Vitaminen, Aminosäuren und Fettsäuren vollständig abdeckt, ohne, dass er Mangel- oder Vergiftungserscheinungen bekommt.
Wenn „Alleinfuttermittel“ auf der Verpackung steht, kannst du Dir auch sicher sein, dass es sich um ein Alleinfuttermittel handelt. Denn der Hersteller darf es nur dann auf der Packung vermerken, wenn es auch die Richtlinien dafür erfüllt.

Was gehört in ein gutes Alleinfuttermittel für Hunde?

Unsere Hunde sind sogenannte „Carnivoren“, das heißt sie gehören zu den Fleischfressern. Ein gutes Alleinfuttermittel sollte daher einen hohen Fleischanteil besitzen. Worauf allerdings verzichtet werden kann, ist Getreide. Es ist ein günstiger Füllstoff den unsere Hunde nicht brauchen. Wer aber nicht ganz auf Getreide im Futter verzichten möchte, sollte darauf achten, dass es sich um hochwertige Getreidesorten wie Mais, Buchweizen, Amaranth oder Hirse handelt. Einige Obst- und Gemüse-Sorten bringen Euren Vierbeinern viele wichtige Vitamine und sorgen für ein glänzendes Fell. Öle und Fette wie z. B. Lachs- oder Sonnenblumenöl sorgen dafür, dass die Nährstoffe richtig aufgenommen und verstoffwechselt werden können.

Der richtige Nährstoffgehalt

Rohasche: mind. 2 %
Rohfaser: max. 5 %
Protein: mind. 22 %
Fett: mind. 5 %
Kohlenhydrate: max. 50 %

Futtermittelbestandteile und ihre Bedeutung

Rohprotein
Rohproteine sind alle stickstoffhaltigen Bestandteile des Futters und damit größtenteils die Summe aller im Futter vorhandenen Eiweißverbindungen. Proteine sind notwendig für die Erhaltung der Körpersubstanz und für die Neubildung von Gewebe. Dieser Wert sagt aber nichts über die Qualität oder die Art des vorhandene Proteins aus. Es kann sich hierbei um gutes Muskelfleisch handeln, aber auch um minderwertige Schlachtabfälle. Gutes Trockenfutter sollte zwischen 20 bis 25 % und Dosenfutter ca. 5,5 % Rohprotein enthalten.

Rohfett
Das Rohfett beschreibt den Energiegehalt des Futters und sorgt außerdem für ein glänzendes Fell und eine gesunde Haut. Die Qualität oder die Quelle des Rohfettes erfährt man durch diese Angaben allerdings nicht. Dafür müsste man mit dem Hersteller Kontakt aufnehmen. Ein energiereiches Trockenfutter hat über 15 % Fett, das ist wichtig für Hunde mit einer sehr hohen Aktivität wie z. B. Schlitten- oder Rettungshunde. Für Hunde mit einer normalen bis niedrigen Aktivität reicht ein Rohfettgehalt von 10 bis 12 % im Trockenfutter und 1 % im Dosenfutter.

Rohfaser
Als Rohfaser bezeichnet man die unverdaulichen pflanzlichen Wasserstoffe, die im Futter enthalten sind, wie beispielsweise Zellulose. Sie unterstützen die Verdauung und regen gleichzeitig die Darmtätigkeit an. Außerdem bieten sie Darmbakterien eine gute Grundlage zur Synthese von Vitamin K oder Biotin. Rohfaser im Futter ist auch für die Form des Kots verantwortlich. Trockenfutter sollte nicht mehr als 2 bis 3 % und Dosenfutter nicht mehr als 0,5 % enthalten, denn zu viel Rohfaser kann zu Blähungen und großen Kotmengen führen.

Rohasche
Hier wird das Futter „verascht“. Das heißt, dass das Futter bei 550 °C erhitzt und anschließend verbrannt wird. Die Überreste werden anschließend gewogen. Dabei überleben nur die anorganischen Substanzen wie z. B. Spurenelemente und Mineralien.
Zu viel Rohasche im Futter bedeutet meist eine Beimengung von billigen
Knochenmehlprodukten. Bei einem guten Trockenfutter sollte dieser Wert bei unter 10 % und bei Dosenfutter unter 2 % liegen.

Fleisch und tierische Nebenprodukte
Hierbei kann es sich um hochwertiges Muskelfleisch handeln, aber auch um minderwertige Schlachtabfälle. Schlachtabfälle wie Leber, Herz und Innereien enthalten lebenswichtige Nährstoffe für den Hund. „Minderwertige“ Schlachtabfälle wie grüner Pansen, Lefzen, Stichfleisch oder Brühlunge sind zwar nicht für den menschlichen Verzehr gedacht, aber sind gut und schmackhaft für unsere Vierbeiner. Unter dem Begriff „tierische Nebenerzeugnisse“ versteht man Nebenprodukte wie z. B. Innereien, Knochen, Hufe, Blut, Haare oder Schnäbel. Diese sind nicht unbedingt alle gut und lassen sich nur schwer verdauen.

Fisch und Fischereinebenprodukte
Auch bei dieser Proteinquelle kann der Hundebesitzer nicht auf einen Blick feststellen, um welche Art des Fleisches es sich handelt und von welcher Qualität es ist. Es kann ein gutes Fischfilet oder auch Fischköpfe oder Gräten verarbeitet worden sein.

Getreide
Dies ist ein günstiger Füllstoff, den Hunde nicht unbedingt brauchen. Futtermittel bei denen an erster Stelle Getreide, Mais oder andere Getreidesorten aufgelistet sind, sind nicht besonders hochwertig.

Pflanzliche Nebenprodukte
Dies sind Nebenerzeugnisse aus Aufbereitung pflanzlicher Erzeugnisse, insbesondere Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte und Ölfrüchte. Die Angaben verraten allerdings nichts über die Qualität. Werden billige, schlecht verwertbare Füllstoffe verwendet, kann dies auch zu Blähungen oder größeren Kotmengen führen. Absolut verboten sind aber Füllstoffe wie Stroh oder Sägemehl. Die Anzahl der verarbeiteten Füllstoffe bestimmt unter anderem den Rohfaseranteil im Futter.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe
So nennt man den Anteil an Vitaminen, Spurenelementen und Aminosäuren, die dem Endprodukt zugefügt werden, allerdings beim Erhitzen verloren gehen würden.

Sensorische Zusatzstoffe
Hier handelt es sich um jegliche Geschmacks- und Farbstoffe wie z. B. Amaranth, Aspartam, Erythrosin, Glycin oder Carotinoide, sogenannte Geschmacksverstärker. Sie sorgen dafür, dass das Hundefutter schön aussieht. Den Hunden ist das Aussehen ihres Futters aber völlig egal, für sie ist nur der Geschmack wichtig.

Technologische Zusatzstoffe
Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Aromastoffe, Emulgatoren und Stabilisatoren gehören zu den technologischen Zusatzstoffen. Emulgatoren helfen zum Beispiel Stoffe wie Öl und Wasser zu vermischen. Antioxidantien verhindern, dass das Fett ranzig wird oder anfängt unangenehm zu riechen. Synthetische Antioxidantien (BHA, BHT, Ethoxiquin) stehen im Verdacht Allergien auszulösen und begünstigen gegebenenfalls Krebs. Dies ist aber noch nicht wissenschaftlich bestätigt.

Kyra Vivian
Kyra Vivian

Redakteurin bei DeineTierwelt, Tiermedizinische Fachangestellte und Hunde - und Katzenmama.

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