Der große Kratzbaum Test

Der große Kratzbaum Test

Egal ob zum Krallenwetzen, Spielen oder Faulenzen: Ein Kratzbaum gehört in jeden Katzenhaushalt und ist das A und O für eine artgerechte Haltung. Wer auf der Suche nach einem neuen Kratz- und Spielobjekt für seine Samtpfote ist, hat es jedoch nicht einfach: Diverse Hersteller werben mit einer vielseitigen Ausstattung, robustem Material und hoher Stabilität. Inwiefern man diesen Aussagen glauben kann, weiß man häufig jedoch erst nach dem Kauf. So kann sich mancher Kratzbaum, der im Zoofachhandel noch einen guten Eindruck gemacht hat, als wenig praxistauglich erweisen oder schnell abgenutzt aussehen.

Die Kratzbaum-Testkandidaten

Von deckenhoch bis zentimeterklein, mit vielen Kratzmöglichkeiten oder zahlreichen Liegeflächen – die Auswahl an Kratzbäumen ist riesig und kann einen beinahe überfordern.

Für unseren Kratzbaum Test wollten wir uns die absoluten Bestseller ins Haus holen. Deshalb haben wir uns auf dem größten Online Marktplatz Deutschlands umgesehen und uns für je ein Modell der beliebten Hersteller Europet Bernina, Kerbl, Happypet und OmniDeal entschieden.

Damit bei unserem Kratzbaum Test für jeden etwas dabei war, bemühten wir uns darum, optisch unterschiedliche Bäume auszusuchen. Auch die Größe unserer Testkandidaten variierte von 141 bis 215 Zentimetern.

Mit Preisen von 88,67 bis 128,95 Euro liegen alle von uns getesteten Modelle im unteren Preissegment und sind damit auch für den kleineren Geldbeutel geeignet. Alle Hersteller werben darüber hinaus mit der guten Qualität ihrer Kratzbäume und versprechen ihren Kunden „hochwertigen Plüsch“, einen „stabilen Stand“ oder „stylisches Design“.

Doch wie gut sind die Kratzbäume wirklich? Bieten die Bestseller mehr als einen guten Preis und können sie auch mit Qualität überzeugen? Und welcher Kratzbaum kommt bei den Katzen am besten an?

Die Testkriterien

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, haben wir die Kratzbäume anhand von sechs Testkriterien auf Herz und Nieren geprüft. Neben der Optik standen allen voran die Qualität und Verarbeitung des Materials sowie die Standfestigkeit und Pflegeleichtigkeit der Kratzbäume im Zentrum unserer Untersuchung. Genauso wichtig war uns aber auch die Ausstattung der Testkandidaten: Gibt es viele Spiel-, Rückzugs- sowie Kratzmöglichkeiten an den Bäumen und wie tief muss man dafür in die Tasche greifen?

Da wir uns für Standardmodelle entschieden, setzten wir für unsere Bewertung zudem voraus, dass alle Testkandidaten für Katzen bis sechs Kilogramm geeignet sein müssen. Während sich eine Europäische Kurzhaar Katze also problemlos in die Kratzbaumhöhle kuscheln können sollte, wird eine Maine Coon wohl kaum mit den getesteten Modellen zufrieden sein.

Das finale Urteil und die wichtigsten Erkenntnisse brachte schließlich der Praxistest – ein Härtetest im Tierheim Hannover.

Folgende Testkriterien sind in die Bewertung unserer vier Kandidaten eingeflossen:

[toggler title=“Aufbau und Design“ ]
Zusammenschnitt Kratzbaumanleitungen
Ein entscheidendes Bewertungskriterium war eine leicht verständliche Bedienungsanleitung.

Wer einen Kratzbaum kauft, erwartet in der Regel einen schnellen und unkomplizierten Aufbau. Damit auch bei ungeübten Handwerkern alles klappt, war uns eine leicht verständliche Anleitung wichtig. Bestenfalls sollten alle notwendigen Werkzeuge mitgeliefert werden, damit man nicht erst nach passendem Schraubendreher und Co. suchen muss. Außerdem darf der Kratzbaum nicht zu kleinteilig sein: Viele Einzelteile und Schrauben können beim Aufbau schnell für Verwirrung sorgen.

Bewertet haben wir deshalb, ob sich ein Modell besonders schnell und aus wenigen Elementen zusammenbauen lässt oder ob mühselige Puzzlearbeit gefragt ist. Zudem muss man einen Kratzbaum möglichst ohne die Hilfe einer weiteren Person aufbauen können. Wenn der Kratzbaum angeliefert wird, möchte man im Normalfall schließlich nicht erst auf Unterstützung warten.

Neben einem schnellen Aufbau ist es aber auch wichtig, dass der Kratzbaum optisch überzeugt. Natürlich sind die Geschmäcker dabei so verschieden, wie die unterschiedlichen Katzen und ihre Halter.

Wir haben deshalb darauf geachtet, die Kratzbäume möglichst nicht nach subjektiven Gesichtspunkten zu bewerten, sondern uns einen Eindruck über die Gesamtkonzeption und allgemeine Wirkung der Bäume zu verschaffen.

Die zentralen Fragen waren dabei: Aus welchem Material bestehen die Kratzbäume? Wirken die Modelle auf den ersten Blick hochwertig? Handelt es sich um einen klassischen Kratzbaum oder besticht das Modell durch ein außergewöhnliches Design? Gerade für kleine Wohnungen ist es zudem wichtig zu wissen, ob der Baum platzsparend und vertikal konzipiert ist, oder eher in die Breite als Höhe geht. [/toggler] [toggler title=“Spielspaß und Preisleistungsverhältnis“ ]

Zwar eignet sich so mancher Kratzbaum tatsächlich als dekorativer Einrichtungsgegenstand, dennoch darf man die Zweckmäßigkeit nicht außer Acht lassen. Egal ob zum Krallenwetzen, Schlafen oder Toben – ein guter Kratzbaum muss ein echter Allrounder sein.

Deshalb haben wir in unserem Kratzbaum Test geprüft, wie abwechslungsreich die Ausstattung des jeweiligen Testkandidaten im Vergleich zu seinem Preis ist, ob es genügend Kratz- sowie Spielmöglichkeiten gibt und über wie viele gemütliche Liegeflächen der Baum verfügt.

Natürlich war dabei auch die Größe der einzelnen Elemente ein entscheidendes Kriterium: Schließlich nutzt es den Stubentigern wenig, wenn der Kratzbaum eine Kuschelhöhle besitzt, aber die Miezen nicht durch die Öffnung passen. Selbstverständlich muss nicht jeder Kratzbaum den Maßen einer Maine Coon oder Perser Katze gerecht werden. Für eine vier bis sechs Kilogramm schwere Katze sollte die Ausstattung aber schon ausgelegt sein. [/toggler] [toggler title=“Material und Verarbeitung“ ]

Egal wie vielfältig ein Kratzbaum gestaltet ist, was letztendlich zählt, ist die Qualität. Schlecht verarbeitete Nähte und filziger Plüsch sind nicht nur ein optisches Problem. Auch die Samtpfoten verlieren schnell die Freude an ihrem Kratzbaum. Wer möchte schon auf harten Liegeflächen schlummern oder sich mit den Krallen im schlecht verarbeiteten Sisal verhaken?

Deshalb haben wir die unterschiedlichen Materialien der Kratzbäume und ihre Verarbeitung genau unter die Lupe genommen. Beispielsweise achteten wir darauf, ob einzelne Elemente wie Sisal oder Plüsch fest verklebt wurden und ob es Materialfehler zu beanstanden gab.

Auch die Gesundheit der Samtpfoten sollte eine zentrale Rolle bei der Kratzbaumwahl spielen: Scharfe Kanten, spitze Haken und instabile Liegeflächen sind beispielsweise ein absolutes No-Go wenn es um Katzenspielzeug geht. Konnten wir eine Gefahrenstelle ausmachen, hat sich dies deutlich in unserer Bewertung niedergeschlagen. [/toggler] [toggler title=“Stabilität“ ]

Ausgiebiges Krallenwetzen, wilde Revierkämpfe oder stürmisches Herumtoben – so ein Kratzbaum muss eine Menge aushalten. Sind einzelne Liegeflächen instabil oder mangelt es gar dem ganzen Baum an Standfestigkeit, kann es richtig gefährlich werden.

Wir haben deshalb darauf geachtet, ob die Testkandidaten auch stärkeren Erschütterungen und ruckartigen Bewegungen standhalten können, wie groß die verwendeten Bodenplatten und wie breit die einzelnen Sisalstämme sind. Auch die Stärke der Sitz- und Liegeebenen bezogen wir in unsere Beurteilung mit ein. [/toggler] [toggler title=“Pflegeleichtigkeit: Der Schmutztest“ ]

Gras, Erde, Wassergemisch
Wir rieben ein Gemisch aus Wasser, Gras und Erde in den Plüsch.

Ein Kratzbaum ist eine echte Langzeitanschaffung. Hat man sich erst einmal für ein bestimmtes Modell entschieden, hofft man, dass die eigenen Samtpfoten lange Freude an dem Produkt haben werden und der Baum auch optisch gut erhalten bleibt. Doch im Laufe der Zeit können Haare, Dreck oder auch Kotrückstände zurückbleiben. Die Bezüge eines guten Kratzbaumes sollte man deshalb bestenfalls abnehmen und waschen können. Falls dies nicht möglich ist, müssen sich leichte bis mittelstarke Verschmutzungen immerhin mit einem feuchten Lappen ohne großen Aufwand entfernen lassen.

Deshalb führten wir in unserer Redaktion einen kleinen Schmutztest durch und rieben den Plüsch der Kratzbäume mit einem Gemisch aus Erde, Gras und Wasser ein. Anschließend ließen wir alles über Nacht trocknen und machten uns am nächsten Morgen daran, den Dreck zu beseitigen. Die wichtigsten Fragen waren hierbei: Lässt sich der Plüsch schnell und ohne großen Aufwand reinigen? Oder bleiben Schmutzreste zurück und wird sogar das flauschige Material in Mitleidenschaft gezogen? [/toggler] [toggler title=“Praxis- & Robustheitstest im Tierheim Hannover“ ]

Einleitung für Kratzbaumtest
Unsere Probanden haben die Kratzbäume ausgiebig getestet.

Egal wie sehr uns die Kratzbäume in der Redaktion gefielen, am wichtigsten war die Bewertung der Katzen. Denn sie sind es, die den Baum Tag für Tag nutzen und sich mit seinem Material und seiner Ausstattung anfreunden müssen.

Um herauszufinden, wie unsere Testkandidaten bei den Miezen ankommen würden, fuhren wir ins Tierheim Hannover und ließen die Kratzbäume für einen ausführlichen Praxistest dort. Zum einen wollten wir so erfahren, welcher Kratzbaum besonders gerne und häufig genutzt wird. Zum anderen interessierte uns, welche Teilelemente den Katzen gut beziehungsweise gar nicht gefallen. Außerdem stellten unsere Probanden auch das Material der Bäume auf die Probe: Nach knapp zwei Wochen sahen wir uns die Kratzbäume erneut an und suchten alle Testkandidaten nach möglichen Gebrauchsspuren und Schäden ab.

Zusätzlich gaben auch die Tierpflegerinnen ihre Einschätzungen ab, welcher Testkandidat bei den Miezen besonders punkten konnte, welche Gefahrenstellen ihnen aufgefallen waren und welche Elemente nicht so gut ankamen, wie von uns erwartet. [/toggler]

Hier findet Ihr unsere Testberichte:

Kratzbaum Test 2: Europet Bernina – Trend Katzenkratzbaum Curacao

Wie hat sich der Trend Katzenkratzbaum Curacao geschlagen? Den ausführlichen Testbericht lest Ihr hier.

Kratzbaum Test 3: Kerbl Kratzbaum Creativ

Kunterbunt kam der Kerbl Kratzbaum Creativ daher. Alle Details zum Kratzbaum gibt’s hier.

Kratzbaum Test 4: Happypet Cat021

Mit dem Cat021 holt man sich einen wirklich großen Kratzbaum ins Haus. Aber kann der graue Riese auch in puncto Qualität, Standfestigkeit und Verarbeitung überzeugen? Detaillierte Infos bekommt Ihr in diesem Artikel.

Kratzbaum Test 5: Eyepower Katzenkratzbaum Linus

Der Eyepower Katzenkratzbaum Linus ist ein echter Blickfang. Alles Wissenswerte zum Kratzbaum könnt Ihr hier nachlesen.

Der große Kratzbaum Test – Vergleich, Fazit und Testsieger

Welcher Kratzbaum kam in der Redaktion und im Praxistest besonders gut an? Hier haben wir Euch noch einmal alle Informationen zusammengefasst und den Testsieger ermittelt.

 

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6 Kommentare
  1. Hallo, super super Informativ!
    Die oben genannten Hersteller sind natürlich einer der besten und haben seinen Ruf so oder so, aber so ausführlich nochmal die einzelnen Produkte anschauen zu können ist echt super !

    Vielen Dank & liebe Grüße

  2. Hallo.
    Will mir 2 Maine coon zulegen.
    Welcher Kratzbaum ist für diese Katzen geeignet?
    Hier steht ja nur, dass eine Maine coon mit diesen Bäumen nicht zufrieden sein wird.

  3. Hallo die Kratzbäume von eye Power sind leider billig verarbeitet und fallen nach kurzer Zeit auseinander. Habe mehrere verschiedene gekauft, auch den hier getesteten und kann nur vom Kauf abraten.

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