Die häufigsten Parasiten bei Katzen & Hunden

Grundlegendes über Zecken, Flöhe, Würmer & Co.

Hund und ZeckeLeider hat so manche Mieze oder mancher Hund während des Katzen- bzw. Hundelebens mit Parasiten zu kämpfen. Diese leben – je nach Art – teilweise auf oder in der Katze/dem Hund und können zu Erkrankungen führen oder diese übertragen. Daher sollte man regelmäßig Wurmkuren durchführen und seine Katze auf Parasiten hin untersuchen. Doch welche Parasiten gibt es eigentlich und wie schützt Ihr Eure Katze und Euren Hund vor Zecken, Flöhen, Würmern & Co?

Übersicht der häufigsten Parasiten bei Katzen & Hunden

Ektoparasiten (Parasiten der Haut)Flöhe (Ctenocephalidis felis)

Stechmücken

Zecken: Holzbock (Ixodes ricinus), Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Milben: Ohrmilbe (Otodectes cynotis), Raubmilbe (Cheyletiellae spp.), Räudemilbe (Notoedres cati, Sarcoptes canis)

Endoparasiten (Parasiten im Körper)Rundwürmer: Spulwürmer (Toxocara cati, Toxoscaris leonina), Hakenwürmer (Ancylostoma tubaeforma), Peitschenwürmer

Bandwürmer (Dipylidium caninum, Taenia spp., Echinococcus multilocularis, Mesocestoides spp.)

Herz- und Lungenwürmer (Capillaria aerophila, Aelurostrongylus abstrusus, Dirofilaria immitis)

EinzellerGiardien

Kokzidien

Zecken bei Katzen & Hunden

Zecken gehören zu den Spinnentieren (Akariden), die sich durch acht Beine und einen Rumpf auszeichnen. In Deutschland sind knapp 20 der weltweit 800 Arten heimisch. Im Allgemeinen bevorzugen sie warme, aber nicht zu heiße Temperaturen und meiden Trockenheit. Von daher sind Zecken in Deutschland im Frühling und dann wieder im Herbst besonders aktiv. Als Faustregel gilt, dass unsere einheimischen Zecken ab 8°C aktiv werden.

Die häufigste Zeckenart Deutschlands ist der Holzbock. Erst in den letzten zehn Jahren hat sich mit der Auwald- oder Buntzecke eine größere Zeckenart eingebürgert und ausgebreitet. Im Unterschied zum passiven Holzbock kann die Auwaldzecke ihren Beutetieren auch (langsam) nachlaufen. In tropischen und wärmeren Gebieten wie etwa Südeuropa ist die Braune Hundezecke oft ganzjährig anzutreffen.

Alle drei Zeckenarten können zahlreiche Infektionen übertragen, die Mensch und Hund gefährlich werden, darunter FSME, Borreliose oder Babesiose (Hundemalaria genannt). Katzen scheinen von diesen Erkrankungen kaum betroffen zu sein, obwohl sie durchaus von Zecken befallen werden. Bisher kann die Wissenschaft das nicht zufriedenstellend erklären.

Das Absuchen des Vierbeiners auf Zecken nach dem Freigang und deren gründliches Entfernen ist jedoch auch bei Katzen unverzichtbar. Einige Zeckenmittel für Katzen wirken gleichzeitig auch gegen Flöhe.

Bandwürmer

Bandwürmer gehören zu den Plattwürmern und bilden mit etwa 3500 Arten die wichtigste Unterklasse. Ausgewachsene Bandwürmer leben im Darm ihrer Wirte und ernähren sich vom Nahrungsbrei. Mit dem Kopfbereich verankern sie sich in der Darmschleimhaut.

Bandwürmer werden oft mehrere Meter lang. Die größten Würmer erreichen so Längen von bis zu 20 Metern. Es gibt aber auch Bandwürmer, die nur einige Millimeter groß sind (wie etwa der Fuchsbandwurm). Ein massiver Bandwurmbefall verursacht Verdauungsbeschwerden und eine Mangelversorgung der Katze/des Hundes, die sich in vermindertem Leistungsvermögen, Lethargie, Anfälligkeit für Krankheiten, aber auch durch glanzloses, struppiges Fell äußern kann. Verstopfungen und Darmverschluss können auftreten. Bei solchen Symptomen solltet Ihr deshalb umgehend den Tierarzt aufsuchen.

Grundsätzlich wird dazu geraten, eine regelmäßige Entwurmung (alle drei Monate) durchzuführen, um Katze und Mensch vor Würmern zu schützen. Hierbei sollte durch den Tierarzt die Entwurmung der Katze dem individuellen Risiko für eine Wurmerkrankung angepasst werden (häufiger Kontakt mit anderen Katzen, häufiger Verzehr von rohem Fleisch bzw. Beutetieren, Flohbefall, kleine Kinder im Haus)

Flöhe bei Katzen & Hunden

Flöhe gehören zur Gruppe der flügellosen Insekten. Von den mehr als 2.400 Arten weltweit kommen etwa 70 in Mitteleuropa vor. Der häufigste Floh in Deutschland ist der Katzenfloh, der aber – trotz seines Namens – auch Hunde und Menschen befällt.

Flöhe auf der katzeIm ausgewachsenen Stadium ernähren sich Flöhe durchweg von Blut. Während des täglichen Blutsaugens, das zwischen 20 und 150 Minuten dauern kann, nehmen Flöhe das zehn- bis zwanzigfache ihres Magenvolumens auf. Die ausgewachsenen Weibchen können permanent Eier legen. Man schätzt, dass nur etwa ein bis fünf Prozent der Flöhe an einem befallenen Ort ausgewachsene Parasiten sind. Dagegen machen Eier 50 Prozent, Larven 35 Prozent und Puppen zehn Prozent der Flohpopulation aus.

Flohattacken rufen eine allergische Reaktion gegen den Flohspeichel hevor, wie sie viele Hunde und Katzen zeigen (Flohallergiedermatitis). Durch das Kratzen an den Einstichstellen kann es anschließend zu Wundinfektionen kommen. Daneben können Parasiten wie Bandwürmer, Milben und Bakterien während des Saugaktes übertragen werden. So wird bspw. der häufigste Bandwurm von Hund und Katze, der Gurkenkernbandwurm, während des Blutsaugens von Flöhen übertragen. Auch der Mensch ist durch diese Infektionen gefährdet und wird bei mangelnder Vorsorge oft zum Opfer von Flohbissen. Allerdings kann sich etwa der Katzenfloh nicht auf dem Menschen vermehren.

Generell sollten Hunde- und Katzenbesitzer die notwendigen Hygienemaßnahmen zur Vermeidung und Entfernung von Flöhen anwenden. Durch den regelmäßigen Einsatz eines Flohschutzmittel (gibt es von diversen Firmen und in verschiedenen Zusammensetzungen), kann die Gefahr eines Flohbefalls minimiert werden. Auch die Umgebung sollte flohfrei gehalten werden.

Milbenbefall bei Katzen & Hunden

Milben gehören wie Zecken zu den achtbeinigen Spinnentieren und stellen mit über 20.000 verschiedenen Arten die größte Gruppe innerhalb dieser Familie dar. Sie leben überall dort, wo tierische oder pflanzliche Nahrung anfällt. In der Regel sind sie zu klein, um mit bloßem Auge erkannt zu werden (kleiner als 1 Millimeter). Uns sind vor allem Hausstaubmilben ein Begriff, deren Kot ein starker Allergieauslöser ist, oder Nahrungsmilben.

Milbenarten, die Haustiere befallen, leben von Körperflüssigkeiten ihrer Wirte (z.B. Blut) und siedeln daher die ganze Zeit auf der Haut bzw. im Fell. Arten wie die Ohrmilbe bewohnen dabei nur ganz bestimmte Bereiche. Aufgrund ihrer geringen Größe können Milben zu Hunderttausenden auf Säugetieren leben. Die Parasiten sind auf ihren Wirt angewiesen und können je nach Art nur einige Tage ohne Nahrung überleben.

Wesentlich öfter als der Mensch werden Hund oder Katze von Milben befallen. Die Parasiten übertragen keine Krankheitserreger, aber je nach Art kann der Befall von Hund und Katze eine Reaktion der Tiere verursachen. Ohrmilben und Haarbalgmilben beispielsweise werden von Haustieren relativ gut toleriert. Erst ein massiver Befall kann zu Juckreiz und entzündlichen Reaktionen führen. Auch Raubmilben werden von einigen Tieren gut vertragen, bei anderen zeigt sich eine verstärkte Schuppenbildung und Verkrustung.

Die bekannteste Milbenerkrankung, die Räude, die durch die Räudemilben der Katze verursacht wird, ist gleichermaßen quälend und kann einen schweren bis tödlichen Verlauf nehmen. Diese Erkrankung wird auch als Kopfräude bezeichnet, da sie oft an den Ohren oder der Schnauze beginnt. Später werden auch die Pfoten, Fesseln, Kniegelenke und schließlich der ganze Körper befallen. Die Räudemilben-Weibchen legen ihre Eier in Bohrkanäle, die sie in die Oberhaut der befallenen Tier graben. Im Zuge des Befalls kommt es zu einem starken Juckreiz, der mit Haarausfall, Rötungen und Krustenbildung einhergeht.

Generell sollten Katzen- und Hundebesitzer die notwendigen Hygienemaßnahmen zur Vermeidung und Entfernung von Milben anwenden. Durch den Einsatz entsprechender Medikamente kann man auch einem Milbenbefall vorbeugen. Zur Bekämpfung von bereits vorhandenen Milben können Bäder, Sprays und Puder verwendet werden. Bei der Wahl des richtigen Mittels sollten Sie Ihren Tierarzt um Rat fragen.

Spulwürmer

Spulwürmer werden bis zu 35 Zentimeter lang und ähneln gekochten Spaghetti. Hundespulwurm (Toxocara canis), Katzenspulwurm (Toxocara cati) und Toxascaris leonina, der Hund und Katze befällt, gehören zu den häufigsten Wurmparasiten überhaupt. Sie können auch den Menschen, kleine Säugetiere, Füchse und Vögel befallen.

Ausgewachsene Toxocara-Spulwürmer, die im Darm ihrer Wirte leben, führen bei geringem Befall zu keinerlei Symptomen. Dagegen kann ein starker Wurmbefall gerade bei jungen Kitten zu einer Erkrankung führen, die von Durchfall, Erbrechen, Verstopfung bis hin zu Blutarmut, Appetitlosigkeit und Apathie führt. Nicht behandelte Tiere zeigen einen charakteristischen aufgetriebenen Bauch („Wurmbauch“).

Verwurmte Tiere stellen zudem eine potenzielle Gefahr für die Menschen (Kinder!) im Haushalt dar, denn viele Würmer von Katze und Hund können sich auch im Menschen einnisten. Besonders effektiv gegen Spulwürmer sind Mittel mit einer Breitbandwirkung, die Larven und ausgewachsene Wurmstadien gleichermaßen gut bekämpfen.

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Redaktion

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1 Kommentar
  1. Ich danke Ihnen für diesen hilfreichen Beitrag. Gerade Würmer und Zecken sind bei Katzen besonders lästig. Bei so etwas würde ich lieber sofort zum Tierarzt gehen, anstatt selbst zu versuchen, das Problem zu lösen.

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