Die Sinne der Schlangen

Schlangen sind faszinierend und für viele Menschen gleichzeitig auch unheimlich. Das liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass sie sich kriechend fortbewegen und nicht wie wir Menschen oder viele andere Tiere über Beine verfügen. Auch wenn sich viele Menschen vor Schlangen fürchten: Die Tiere sind in der Regel scheu und zurückhaltend und meiden die Nähe von Menschen. Wenn man sie allerdings stört und belästigt können sie angreifen. Schlangen töten allerdings nur, wenn sie Hunger haben. Sie verfügen über ganz besondere Sinnesorgane, um ihr Überleben zu sichern. Hier erfahrt Ihr mehr über die Sinne von Schlangen.

Grüne Schlange auf AstSehsinn

Je nach Art kann der Sehsinn der Schlangen unterschiedlich gut ausgeprägt sehen. Wie der Name bereits vermuten lässt, können grabende Schlangenarten wie beispielsweise Blindschlangen schlechter sehen als Nattern – sie reagieren bei der Jagd in erster Linie auf Bewegungen. Diese Schlangenarten halten ihren Kopf und den Vorderkörper oft aufgerichtet, um eine bessere Übersicht zu haben.

Auch die Position der Augen ist der Lebensweise der verschiedenen Schlangenarten angepasst. So sind die Augen beispielsweise bei einer Anakonda hoch oben am Kopf positioniert, da sie im und in der Nähe von Wasser leben. Bei anderen Schlangenarten sind die Augen oft seitlich am Kopf angeordnet, um ein sehr großes Sichtfeld zu ermöglichen. Das Scharf-Sehen funktioniert bei Schlangen übrigens anders als bei uns Menschen: Während unser Auge eine veränderte Entfernung durch die Anpassung der Linsendicke ausgleicht, verschiebt sich die Linse selbst im Auge der Schlange. Somit verstellt sich der Abstand zu Netzhaut.

Geruchs- und Geschmackssinn

Dass die gespaltene Zunge gerade im Bereich des Geruchssinnes erwähnt wird, wird einige vielleicht wundern. Allerdings ist die Zunge der Schlange mit ihrem wichtigsten Sinn verknüpft, dem sogenannten Vomeronasalen Sinn. Die Nase spielt beim Geruchssinn der Schlange nur eine untergeordnete Rolle. Dabei ist der Geruchssinn an sich bei Schlangen besonders gut entwickelt. Die Nasenlöcher dienen der Schlange zum Atmen.

Grüne Schlange NahaufnahmeSchlangen nehmen über das Züngeln und – im Falle eines geschlossenen Mauls, durch eine Spalte im Oberkiefer – über ihre Zunge Geruchs-/Geschmackspartikel auf. Vorne im Gaumen verfügen Schlangen über Einbuchtungen, dem sogenannten Jacobsonschen Organ. Dahin schieben die Tiere ihre Zungenspitze, um die Geruchsstoffe zu verarbeiten.

Warum ist die Zunge aber gespalten? Durch die Spaltung kann sich die Schlange mit den aufgenommenen Informationen räumlich orientieren. Die beiden Zungenspitzen sind sozusagen feine Messgeräte, die bereits kleinste Unterschiede in Geruchsmolekülen unterscheiden und so die Quelle lokalisieren können. Damit können sie ihr Umfeld auch wahrnehmen, wenn der Sehsinn eingeschränkt ist. Das ist besonders wichtig, um Beutetiere zu Orten, aber auch potenziellen Feinden zu entkommen und Partner zur Fortpflanzung zu finden.

Hörsinn

Während einige Sinne bei Schlangen hervorragend ausgebildet sind, verhält sich der Hörsinn gegenteilig: Schlangen sind nahezu taub, denn ihr Außenohr, der Gehörgang und das Trommelfell sind bei ihnen nicht entwickelt. Allerdings verfügen die Tiere über ein gut ausgebildetes Innenohr. Das heißt, dass sie Bodenvibrationen wahrnehmen können, die sie über den Unterkiefer registrieren.

Bei einigen Arten, wie zum Beispiel der Sandboa, hat das zur Folge, dass sie nicht nur vor herannahenden, schweren Feinden gewarnt werden, sondern sogar auf dem Sand laufende Beutetiere orten und fangen können. Übrigens: Somit reagieren Schlangen eines Schlangenbeschwörers nicht auf die Musik, sondern auf die Bewegung der Flöte, die sie zu fixieren versuchen.

Wärmeortung

Einige Schlangenarten verfügen zusätzlich über sogenannte Gruben, die dazu dienen, Infrarotstrahlungen zu erfassen. Durch das Grubenorgan können sie kleinste Temperaturschwankungen von bis zu 0,003 Grad wahrnehmen. Das Organ befindet sich zwischen Augen und Nasenlöchern der Tiere und besteht überwiegend aus einer dünnen Membran, in der sich Thermorezeptoren befinden.

Auch über kleine Öffnungen zwischen den labialen Schuppen – den Labialgruben – können Schlangen Temperaturschwankungen registrieren. Die Labialgruben haben einen stark durchbluteten Untergrund, auf dem sich Infrarotrezeptoren befinden. Durch das thermische Empfinden können Schlangen also warmblütige Säugetiere besonders gut aufspüren. Das heißt, dass Schlangen auch bei völliger Dunkelheit auf Jagd gehen können.

Hanna | DeineTierwelt

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Redakteurin bei DeineTierwelt, Social Media Managerin und Hundemama.

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