Vom Aussterben bedroht: Feldhamster

Früher galten Feldhamster in der Landwirtschaft als Schädlinge, heute sind sie eines der am meisten gefährdeten Säugetiere in Westeuropa und nach deutschem und europäischem Recht streng geschützt. Die Deutsche Wildtierstiftung stuft die süßen Nager in die Bedrohungsstufe 4 ein. Dies ist die höchste Gefährdungsstufe. Das heißt, dass ein extrem hohes Risiko besteht, dass die kleinen Tiere in Zukunft aussterben werden, wenn nicht gehandelt wird. In Deutschland gibt es mittlerweile weniger als 100.000 Feldhamster – es besteht also dringend Bedarf, die Feldhamster zu schützen.

Europäischer FeldhamsterÜber den Feldhamster

Feldhamster sind Einzelgänger. Jeder verfügt über einen eigenen Bau, den er auch vor Artgenossen verteidigt. Die Tiere leben in Kornfeldern und sind hauptsächlich nachtaktiv. Die hohen Halme im Kornfeld schützen sie vor ihren natürlichen Feinden. Die Nager leben in verzweigten Bauten unter Ackern und halten von Oktober bis April einen festen Winterschlaf.

Alter, Gewicht und Aussehen

Feldhamster sind etwa so groß wie Meerschweinchen und können bis zu vier Jahre alt werden. Sie wiegen bei der Geburt 7 Gramm und erreichen im ausgewachsenen Alter ein Gewicht von 400 bis 500 Gramm. Die Unterseite der Nager ist schwarz, die Oberseite hellbraun bis grau. Auf dem Köpfchen und den Schultern haben sie weiße Flecken. In Thüringen gibt es einen ganz besondere Feldhamster-Art: Hier gibt es diese Tiere in komplett schwarzer Färbung.

Nahrung

Die Nager ernähren sich von Getreide, anderen Feldfrüchten, Gräsern und Wildkräutern. Eigentlich sind sie Vegetarier. Trotzdem kann es vorkommen, dass sie ab und zu Insekten fressen. Ihre Nahrung sammeln sie – ebenso wie andere Hamsterarten – in ihren Backentaschen, die extrem dehnbar sind. So können die Feldhamster große Mengen an Nahrung in ihnen transportieren und anschließend bunkern. Diese Vorräte brauchen sie für den Winter und lagern sie in einer speziellen Vorratskammer unter der Erde. Dort halten die Vorräte länger und verderben nicht so schnell. Ohne die gebunkerte Nahrung würde der Feldhamster im Winter verhungern.

Die Fortpflanzung

Im Sommer treffen die Weibchen und Männchen kurz aufeinander, um sich zu vermehren. Zu dieser Zeit (aber auch nur dann) dürfen die Männchen sogar in den Bau des Weibchens. Die Tragzeit beläuft sich auf 20 Tage. Die weiblichen Hamster werden bereits im gleichen Sommer geschlechtsreif und könnten sich wieder fortpflanzen. Vor einiger Zeit warfen weibliche Feldhamster noch sechs bis zehn Junge drei Mal pro Jahr. Aufgrund der schlechten Lebensbedingungen ist dies aber mittlerweile nicht mehr gegeben.

Feinde

Die natürlichen Feinde der Feldhamster sind Füchse, Wiesel, Rotmilane und Turmfalken. Davon gibt es reichlich und deswegen müssen sich die kleinen Tierchen schnell und zahlreich vermehren.

Klein, aber oho!

Zweifelsohne sehen die Feldhamster sehr niedlich aus. Fühlen sie sich aber bedroht, können sie ziemlich aggressiv werden. Sie verfügen über sehr scharfe Zähne. Er stellt sich bei vermeintlicher Gefahr auf die Hinterbeine und versucht seine Feinde durch Fauchen und Knurren zu verjagen. 

Warum sind Feldhamster vom Aussterben bedroht?

In vielen Regionen ist der Feldhamster bereits ausgestorben. Aufgrund von schlechten Lebensbedingungen vermehren sich die Feldhamster weniger. So nehmen die Bestände stark ab. Die moderne Landwirtschaft lässt außerdem nur noch wenig Lebensraum für Wildtiere. Die Kornfelder werden immer früher abgeerntet und so wird den Hamstern der Lebensraum genommen und gleichzeitig auch der Schutz vor ihren natürlichen Feinden. Weitere Gründe sind laut der Deutschen Wildtierstiftung außerdem die “Umstellung von Sommer- auf Wintergetreide, der Einsatz von Pestiziden und die schnelle Bearbeitung mit sehr großen und effizienten Maschinen”. 

Auch die weiter steigende Bebauung durch den Menschen nimmt den Tieren ihren Lebensraum. Industriegebiete werden oft auf Ackerboden gebaut und zerstören so die Kornfelder, in dem die Nager leben. Teilweise werden die Hamster vor Baubeginn sogar eingefangen und an andere Orte gebracht, um ihr Überleben zu sichern. Das ist laut Deutscher Wildtierstiftung allerdings nur eine Notlösung.

Feldhamster im KornfeldWie können Feldhamster geschützt werden?

Die Deutsche Wildtier Stiftung engagiert sich als eine der wenigen Organisationen gezielt und langfristig zum Schutz und Erhalt des Feldhamsters – und das bereits seit über zehn Jahren. So werden Landwirte für Feldhamster-freundliche Landwirtschaft wie dem Anbau von Luzerne oder dem Belassen von Getreidestreifen in der Region Frankfurt am Main und in der ehemaligen Hamsterhochburg Sachsen-Anhalt honoriert. Außerdem  unterstützen sie die Feldhamster-Forscher von der Arbeitsgemeinschaft Feldhamster in Hessen. Die Fachleute untersuchen zum Beispiel wie Erntestreifen das Überleben der Nager genau beeinflussen.

Um die Feldhamster zu schützen könnt Ihr durch Spenden helfen, das Aussterben zu stoppen: Hier spenden  Mit der Geldspende ermöglicht Ihr, dass ein Landwirt einen Getreidestreifen stehen lässt, in dem der Feldhamster lange Zeit Nahrung und Zuflucht finden kann.

Hanna | DeineTierwelt

Contentmanagement & PR

Redakteurin bei DeineTierwelt, Social Media Managerin und Hundemama.

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