Hunde mit Futtermittelunverträglichkeit: Symptome, Diagnose und Leckerlis

Viele Hundehalter können nicht widerstehen, wenn sie in die großen, hungernden Äuglein ihres Hundes gucken. So ein Leckerli kann man dem Vierbeiner doch mal gönnen, oder? Aber Vorsicht, wenn Ihr Hund eine Futtermittelunverträglichkeit hat!

Tumore beim Hund: Labrador verweigert das Futter.Wie bei Menschen gibt es auch bei Tieren Allergien. Häufig sind es Allergien gegen bestimmte Milben, manchmal Überreaktionen auf Flohspeichel und mit zunehmender Häufigkeit werden Hunde allergisch gegen bestimmte Futterbestandteile wie beispielsweise Getreide. Wie unsere Umfrage zu den beliebtesten Nass- und Trockenfuttermarken ergeben hat, leidet circa jeder sechste Hund unter einer Futtermittelunverträglichkeit.

Jeder, der selbst an einer Allergie leidet, weiß: Die Menge ist nicht entscheidend. Schon eine einzige Erdnuss kann bei einem Allergiker schwere Symptome hervorrufen. Genauso ist es bei Eurem Haustier. Wenn ein Tierarzt eine Futtermittelunverträglichkeit feststellt, muss man anschließend ganz genau darauf achten, dass die Allergie auslösenden Stoffe, die sogenannten Allergene, nicht gefüttert werden.

Dabei reicht zum Beispiel schon ein einziges Leckerli, um Krankheitssymptome wie Durchfall, Erbrechen oder Juckreiz hervorzurufen.

 

Woran merke ich, dass mein Hund eine Allergie auf sein Futtermittel hat?

Typische Symptome einer Futtermittelallergie sind Juckreiz im Bereich des Mauls, manchmal auch am ganzen Körper und entsprechend häufiges kratzen/lecken. Auch Haut- und Fellrprobleme können ein Anzeichen dafür sein, dass der Hund eine Futtermittelunverträglichkeit hat. Andere Hunde zeigen ihre Allergie durch Erbrechen oder Durchfall – diese Fälle sind oft leichter zu diagnostizieren, weil man auf jedes Hundefutter eine unmittelbare Reaktion bekommt.

In jedem Fall sollte man vom Tierarzt alle anderen Ursachen für die jeweilige Krankheit ausschließen lassen, bevor man die Ernährung seines Hundes umstellt. Denn der Juckreiz könnte ja auch durch Parasiten hervorgerufen werden oder der Durchfall durch eine Magen-Darm-Grippe.

 

Wie wird eine Futtermittelunverträglichkeit diagnostiziert?

Die Diagnose „Futtermittelallergie“ oder „Futtermittelunverträglichkeit“ ist nicht ganz einfach zu stellen. Es sind Blut- und Hautuntersuchungen möglich aber auch eine sogenannte Ausschluss-Diät kann Klarheit bringen. Hierbei wird dem Hund über mehrere Wochen bis Monate ein bestimmtes Allergiker-Futter gefüttert, das nur eine Fleisch- und eine Kohlenhydratquelle hat.

Wie reagiert er auf getreidefreies Futter? Ist eine bestimmte Fleischsorte verantwortlich? Verträgt der Vierbeiner das Schafsfleisch, reagiert aber mit Durchfall auf Rind? All diese Aspekte können mittels der Ausschluss-Diät überprüft werden.

Liegt der Verdacht nahe, dass der Hund allergisch auf Getreide reagiert, kann beispielsweise auf ein Futter mit Amarant zurückgegriffen werden. Bessern sich die Symptome während der Ausschluss-Diät, muss ein Test mit dem alten Hundefutter gemacht werden, um wirklich sicherzugehen. Treten die allergischen Reaktionen wieder auf, ist klar, dass es sich tatsächlich um eine Futtermittelunverträglichkeit handelt.

 

Was tun bei einer Futtermittelallergie?

Ist die Krankheit einmal bekannt, kann man sie in den meisten Fällen sehr gut kontrollieren. Hunde mit einer Unverträglichkeit gegen Getreide können auf ein getreidefreies Futter umgestellt werden. Andere vertragen kein Schweinefleisch, aber auch dafür gibt es das passende Hundefutter.

Eine weitere Möglichkeit ist es, selbst für seinen Hund zu kochen oder zu barfen – so weiß man ganz genau, was im Napf landet. Hierbei ist es jedoch wichtig, Rücksprache mit dem Tierarzt zu halten, damit der Hund mit allen nötigen Nährstoffen versorgt wird. Denn wer meint, der Hund brauche wochenlang nur rohes Fleisch, liegt falsch. Auch die optimale Mineralstoff- und Vitaminversorgung – beispielsweise durch Gemüse oder Milchprodukten wie Hüttenkäse – ist für die Gesundheit Eures Hundes wichtig.

 

Welche Leckerlis sind erlaubt?

Das kommt ganz darauf an, ob Sie wissen, gegen welche Futtermittel Euer Hund allergisch ist. Wenn er auf bestimmte Fleischsorten oder Getreide reagiert, werdet Ihr vermutlich wenige Snacks finden, die unbedenklich sind. Bei den gängigen Marken-Leckerlis ist in den Zutatenlisten häufig die Rede von „tierischen und pflanzlichen Nebenerzeugnissen“. Hierbei kann es sich nicht nur um diverse “Abfallprodukte” aus der Fleisch- oder Getreideproduktion handeln. Die Allergene, auf die Euer Hund reagiert, können ebenfalls enthalten sein.

Es gibt aber mittlerweile auch diverse natürliche und hochwertige Snacks, die sich für Hunde mit Futtermittelunverträglichkeit eignen. Achtet deshalb immer auf eine offene Deklaration der Inhaltsstoffe und sprecht im Zweifelsfall mit Eurem Tierarzt, ob die Leckerlis für Euer Tier infrage kommen. Oder backt selbst kleine Knusperkekse für ihn, denn dann habt Ihr auch die Kontrolle über alle Inhaltsstoffe. Hundekeks-Rezepte gibt es zum Beispiel in unserem Forum.

Beachtet jedoch: Hundekekse sind kein Alleinfutter, sie sollten nur als Leckerli gegeben und nicht ständig gefüttert werden.

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Redaktion

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3 Kommentare
    1. Hallo, meine tut das auch. Die Tierärztin meinte, das sei ein typisches Zeichen von Sodbrennen, damit helfen sie sich selbst, die Säure abzubauen. Meine Hündin streckt sich z.B. auch sehr gerne vorne runter, das zieht wohl alles innen auseinander und verschafft ihnen Erleichterung. Außerdem hat meine noch ein “Luftschlecken”, dh. sie schleckt ganz schnell in der Luft, einfach nur Zunge raus, Zunge rein. Auch das gehört zum Bild des Sodbrennens, schlechter Geschmack im Mund, Magen.
      Ich hoffe, ich konnte helfen!
      LG Christine

    2. Hallo Ruth, wenn sich Deine Hündin auffällig verhält, bitte immer einen Tierarzt heranziehen. Das kann viele Ursachen haben und der Tierarzt kann sich das Problem ganz genau angucken und dementsprechend behandeln. Liebe Grüße und alles Gute!

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