Hundesportarten im Überblick: Welcher Hundesport ist der richtige?

Damit Hunde ausgeglichen und glücklich sind, ist Auslastung wichtig. Viele Hunde wollen nicht nur körperlich sondern auch geistig gefördert werden. Da reichen die täglichen Gassirunden oft nicht aus, um den Vierbeiner richtig auszupowern. Eine gute Ergänzung bietet Hundesport. So bleibt der Hund fit und die Beziehung zwischen Zwei- und Vierbeiner wird durch die gemeinsame Aktivität bzw. den gemeinsamen Spaß am Hundesport verbessert.

Doch welche Hundesportarten gibt es eigentlich und welcher Hundesport eignet sich für Euch und Euren Hund? Wir stellen Euch einige der beliebtesten Hundesportarten vor.

Hund springt und will Frisbee fangen

 

Agility – Team aus Mensch und Hund

AgilityBesonders wichtig beim Agility  ist das Zusammenspiel von Mensch und Hund. Bei der Hundesportart soll der Vierbeiner möglichst schnell und fehlerfrei eine Strecke mit bis zu 22 Hindernissen bewältigen – also einen Parcours laufen. Dabei muss der Hunde zum Beispiel durch Tunnel sprinten, Wippen überqueren, über Hürden oder durch Reifen springen.

Agility ist ein rasanter Hundesport, der auch dem Menschen viel Koordination, Körpergefühl und schnelle Reaktionen abverlangt, um den Hund an der unsichtbaren Leine – nur durch Körpersprache und Stimme – durch den Parcours zu lenken.

Seit wann gibt es Agility?

Der Hundesport stammt ursprünglich aus England und kam in den 80er Jahren nach Deutschland. Seitdem hat sich Agility weltweit etabliert.

Für welche Hunde eignet sich Agility?

Agility wird in verschiedenen Größenklassen angeboten und eignet sich daher für fast alle (gesunden) Hunde. Nur besonders große oder schwere Rassen, wie Irish Wolfhound oder Bernhardiner, sollten besser kein Agility machen, da die Sprünge zu sehr auf die Gelenke gehen. Ansonsten sollte der Hund bewegungsfreudig sein und die Grundkommandos kennen.

Für kleine Hunde gibt es auch Mini-Agility. Junge und besonders alte Hunde sollten ebenfalls einen individuellen Parcours bekommen. Welpen haben bei dem Hundesport noch nichts zu suchen. Durch die Sprünge können die teils noch wachsenden Knochen und Gelenke erhebliche Schäden davon tragen und es kann zu Wachstumsproblemen führen.

Mehr Infos: Zum Agility Artikel

 

Flyball – Die wohl temporeichste Hundesportart

FlyballGeeignet für jeden spiel- und apportierfreudigen Hund werden bei Flyball Bewegungsfreude, Selbstsicherheit und Sozialverhalten auf spielerische Art gefördert. Flyball ist ein Wettkampfsport, bei dem pro Lauf zwei Mannschaften mit je vier Teams (Hund und Mensch bilden jeweils ein Team) auf zwei nebeneinander liegenden Bahnen gegeneinander antreten.

Die Hunde müssen dabei ohne Hilfe ihrer Zweibeiner über vier Hürden springen und an einer sogenannten Flyball-Box den Auslöser betätigen. Aus der Box wird daraufhin ein Ball geschleudert, der vom Hund gefangen werden muss. Mit dem Ball im Maul geht’s zurück über die Hürden zur Ziellinie.

Seit wann gibt es Flyball?

Flyball wurde ca. in den 70er Jahren in Amerika entwickelt. 1990 kam der Hundesport nach England und verbreitete sich von dort aus in weiteren Teilen Europas.

Für welche Hunde eignet sich Flyball?

Flyball eignet sich vor allem für sportliche, gesunde, aktive und sozialverträgliche Hunde, die spiel- und apportierfreudig sind. Grundsätzlich soll der Hundesport für alle Rassen geeignet sein, da die Höhe der Hürden den Hunden angepasst werden kann. Insbesondere bei großen Hunden, die zu Gelenkerkrankungen neigen, sollte jedoch Rücksprache mit dem Tierarzt gehalten werden.

 

Obedience – Die hohe Schule des Gehorsams

Obedience BlogÜbersetzt bedeutet Obedience „Gehorsam“ und wird häufig als „Hohe Schule der Unterordnung“ verstanden. Viele Obedience-Fans betonen jedoch, dass es nicht darum geht, dass der Hund sich unterordnet. Vielmehr dreht es sich um eine perfekt abgestimmte Kommunikation zwischen zwei gleichberechtigten Partnern.

Fußarbeit, Sitz und Platz wird in Perfektion vom Hund ausgeführt. Aber damit nicht genug. Zum Obedience gehören, neben der präzisen Beherrschung der Grundkommandos, auch das Apportieren von unterschiedlichen Materialien und die Kontrolle auf Distanz.

Viel Wert wird dabei auf die harmonische Einheit und das blinde Verständnis zwischen Zwei- und Vierbeiner gelegt. Zudem darf natürlich auch der Spaß an der Kopfarbeit nicht fehlen.

Seit wann gibt es Obedience?

Obedience stammt aus Großbritannien und ist dort seit 1951 als Sportart anerkannt. In Deutschland wurde die erste eigenständige und bis heute mehrfach überarbeitete Prüfungsordnung 2002 vom VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) veröffentlicht.

Für welche Hunde eignet sich Obedience?

Obedience eignet sich in der Regel für Hunde aller Rassen, Größen und Altersstufen. Der Hund sollte jedoch einen hohen Spieltrieb und ein gewisses Durchhaltevermögen mitbringen. Insbesondere Hunderassen, die geistig gefördert werden wollen oder einen „will to please“ haben, können an Obedience Spaß haben.

Mehr Infos: Zum Obedience-Artikel

 

Dog-Frisbee (Discdogging) – Mehr als Scheiben werfen

Dog FrisbeeSicherlich haben Sie schon einmal eine Frisbeescheibe geworfen – am Strand oder auf der Wiese im Park. Vielleicht haben Sie auch Ihren Hund dazu gebracht, die Scheibe wiederzubringen? Das ist die elementarste Grundlage für den aus Amerika stammendem Sport Dog Frisbee bzw. Discdogging.

Allerdings geht es bei dem Hundesport um weitaus mehr als bloß ums Scheibchen werfen und zurückbringen.

Mit Tricks und Musik wird im Freestyle-Discdogging eine Kunst aus dem Frisbee fangen. Ob Sprünge, elegante Figuren, oder wilde Jagden nach den Scheiben. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Bei den anderen beiden möglichen Disziplinen des Discdogging muss der Hund entweder so viele Scheiben wie möglich in einem markiertem Feld fangen („Mini Distance“) oder eine besonders weit gefangene Scheibe erwischen und festhalten („Long Distance„).

Seit wann gibt es Dog Frisbee?

Die Hundesportart entwickelte sich in den USA in den 70er Jahren. Bekannt wurde sie vor allem durch Alex Stein, der 1974 mit seinem Whippet-Rüden Ashley ungenehmigt in der Pause eines Baseball-Meisterschaftsspiels auf das Spielfeld lief und dort eine Vorstellung mit der Frisbee-Scheibe ablieferte.

Für welche Hunde eignet sich Dog Frisbee?

Dog Frisbee oder Discdogging kann eigentlich mit jedem gesunden Hund betrieben werden. Ein gewisser Spieltrieb und ein hoher Bewegungsdrang sind natürlich von Vorteil. Mit großen Hunderassen gilt es jedoch übermäßige Sprünge zu vermeiden. Damit der Vierbeiner sich nicht verletzt, sollten zudem nur Frisbee-Scheiben benutzt werden, die sich für Hunde eignen bzw. entsprechend bruchsicher und flexibel sind.

 

Dogdancing – Tricks zur Musik

Dog Dancing in der GruppeUm Abwechslung in den Trainingsalltag zu bringen, beschlossen amerikanische und kanadische Hundesportler ihre Obedience-Übungen mit Musik durchzuführen. Mit überraschendem Ergebnis. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund wurde nicht nur angenehm aufgelockert, sondern noch erfolgreicher.

Beim Dog Dancing (auch Dog Dance oder Dogdance genannt) bilden Hund und Mensch ein Paar und stimmen ihre Bewegungen auf die Musik ab, ähnlich eines Tanzes. Daher auch der Name „Dogdancing“ (dt. Hundetanz bzw. Hunde tanzen). Hierbei geht es nicht nur um Kopfarbeit oder körperliche Fitness: Insbesondere das harmonische Zusammenspiel von Zwei- und Vierbeiner steht, neben dem Spaß, beim Dog Dance im Vordergrund.

Seit wann gibt es Dog Dance?

Ursprünglich entstand Dog Dancing aus der Hundesportart Obedience und wurde erstmals in den 1980er Jahren erwähnt. Bekannt wurde die Hundesportart jedoch erst im Jahr 1989 unter dem Namen „Freestyle“.

Für welche Hunde eignet sich Dogdancing?

Egal, ob Mops, Collie, Dackel oder Golden Retriever – Dog Dance eignet sich für so gut wie jede Hunderasse. Auch ältere oder körperlich eingeschränkte Vierbeiner können mitmachen, da sich eine Choreografie ganz individuell auf die Bedürfnisse abstimmen lässt. Aufpassen muss man jedoch bei Welpen, da ihre Muskeln und Bänder noch nicht vollständig ausgebildet sind.

Grundsätzlich sollte Ihr Hund Spaß an Bewegung und Übungen haben sowie die Grundkommandos kennen.

Mehr Infos: Zum Dog Dancing-Artikel

 

Turnierhundsport – Verschiedenste Wettkämpfe

TurniersportLeichtathletik pur! Für alle Sprinter und Langstreckenläufer ist Turnierhundsport eine optimale Möglichkeit die Lauf-Leidenschaft mit dem Hund zu teilen. Doch nicht nur Laufen ist beim Turnierhundesport möglich. Neben dem Geländelauf (1km, 2km oder 5km) zählen auch VierkampfCombinations-Speed-Cup (CSC) oder Hindernislauf-Turniere zu beliebten Wettkampfformen.

Beim Vierkampf werden Zwei- und Vierbeiner bspw. in vier verschiedenen Bereichen gefordert: Gehorsamsübungen, Hindernis-, Slalom- und Hürdenlauf.

Beim Combinations-Speed-Cup handelt es sich meist um einen Mannschaftswettkampf (kann auch als Einzelwettbewerb ausgetragen werden), bei dem ein Parcours als Staffel absolviert werden muss. Auch hierbei finden sich Laufelemente des Vierkampfs.

Turnierhundesport eignet sich deshalb vor allem für aktive Menschen, die sich gerne sportlich mit Ihren Hunden betätigen wollen.

Seit wann gibt es Turnierhundesport?

Die ersten Turniere der Hundesportart fanden bereits 1972 statt. Ursprünglich wurde der Hundesport damals eingeführt, um es allen Hundehaltern und Hunden zu ermöglichen, sich gemeinsam sportlich zu betätigen.

Für welche Hunde eignet sich Turnierhundesport?

Turnierhundesport eignet sich für alle gesunden Hunde, die bewegungsfreudig sind. Insbesondere für Hunde mit Atemproblemen gilt es jedoch ruhigere Beschäftigungen zu finden. Am Dauerlauf haben zudem nicht alle Hunde Spaß. Vor allem für kleine Rassen oder für besonders massige Hunde kann der Turnierhundesport eine zu große Herausforderung sein.

 

Vielseitigkeitssport – Große Herausforderungen

VielseitigkeitssportKaum ein anderer Sport ist mit so vielen Vorurteilen belastet wie der Vielseitigkeitssport. Dabei ist es die älteste Hundesportart überhaupt. Zudem gilt es als der Hundesport, der den Trieben und Veranlagungen der Hunde am nächsten kommt.

Der Vielseitigkeitssport ist aufgeteilt in die Bereiche Fährtenarbeit, Gehorsamsübungen bzw. Unterordnung und Schutzdienst.

Aufgrund der unterschiedlichen Disziplinen fordert der Vielseitigkeitssport eine hervorragende Kommunikation und Teamarbeit zwischen Zwei- und Vierbeiner. Deshalb eignet sich dieser Hundesport nur für nervenstarke, belastbare sowie ausgeglichene Menschen und Hunde, die eine gute Harmonie bilden.

Seit wann gibt es Vielseitigkeitssport?

Der Vielseitigkeitssport gilt als eine der ältesten Hundesportarten. Wann der Hundesport erstmals aufkam ist allerdings nicht belegt. Obwohl der Vielseitigskeitssport eine entsprechend lange Tradition hat – oder vielleicht deswegen – gibt es immer wieder Vorurteile und Diskussionen um den Sport.

Für welche Hunde eignet sich Vielseitigkeitssport

Man sollte nur mit ausgeglichenen und belastbaren Hunden Vielseitigkeitssport betreiben, da der Hundesport den Vierbeinern viel abverlangt. Zusätzlich sollten die Hunde Vertrauen in ihren Menschen haben und sehr gut mit ihm kommunizieren bzw. auf seine Signale achten. Wer diesen Hundesport betreiben will, muss deshalb auch zunächst mit seinem Hund eine Begleithundeprüfung absolvieren.

 

Rettungshundearbeit – Darf es etwas mehr sein?

RettungshundearbeitBei der Rettungshundearbeit geht es natürlich nicht bloß um ein Hobby oder den größten Pokal. Es geht darum Leben zu retten. Und das fordert eine sehr hohe Einsatzbereitschaft von Hund und Mensch.

Rettungshundearbeit gilt deshalb nicht im eigentlichen Sinne als „Hundesport“ – stellt aber für manche Menschen und Hunde eine sinnvolle Alternative zu Agility & Co. dar. Denn auch bei der Rettungshundearbeit werden die Hunde im besonderen Maße geistig sowie körperlich gefördert. Zudem erfüllt man – gemeinsam – eine bedeutsame Aufgabe.

Das Wichtigste bei der Rettungshundearbeit ist deshalb ein eingespieltes und harmonisches Mensch-Hund-Team. Und genau darauf zielt die zweijährige Ausbildung ab.

Welche Hunde eignen sich für die Rettungshundearbeit?

Generell eignet sich fast jede Hunderasse für die Rettungshundearbeit, jedoch sollte der Vierbeiner bestimmte Voraussetzung mitbringen. Er sollte beispielsweise ein freundliches Wesen besitzen und eine gewisse Arbeits- und Leistungsbereitschaft mitbringen. Zudem muss der Hund wesensfest sein – also keine Ängstlichkeit oder Aggression gegenüber Menschen und Tieren zeigen.

Besonders kleine oder sehr große Rassen eignen sich allerdings eher weniger, da die Hunde teilweise auch mal einen Menschen ziehen können oder ggf. in etwas schmalere Öffnungen kriechen müssen.

Welche Vorraussetzungen muss der Rettungshundeführer mitbringen?

Da ein Fehltritt bei der Rettungshundearbeit nicht bloß zu Punkteabzug führt, sondern Menschenleben gefährden könnte, muss natürlich auch der Zweibeiner einige Voraussetzungen mitbringen. Unter anderem muss man für die Teilnahme an den Einsätzen volljährig sein sowie die ca. zweijährige Ausbildung zum Rettungshundeteam durchlaufen haben.

Darüber hinaus muss nicht nur der Vier-, sondern auch der Zweibeiner körperlich sowie geistig fit sein.

Die Rettungshundearbeit eignet sich weiterhin nur für Personen, die viel Zeit mitbringen. Allein das Training während der Ausbildung nimmt ca. 12 Stunden pro Woche in Anspruch. Die spätere Teilnahme an den Rettungsaktionen ist zwar nicht überall verpflichtend, es wird jedoch meist nicht gern gesehen, seinen Hund ausbilden zu lassen, aber dann nicht zu den Einsätzen zu erscheinen.

 

Sie machen auch Hundesport mit Ihrem Vierbeiner? Erzählen Sie uns davon in den Kommentaren oder tauschen Sie sich mit anderen Hundehaltern im Forum aus.

 

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