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Joggen mit Hund: Worauf man achten sollte

Etwa 20 Millionen Deutsche gehen mehr oder weniger regelmäßig joggen. Aber wie viele Personen aus dieser Statistik nehmen zum Joggen ihren Hund mit? Dabei macht doch gerade diese sportliche Aktivität viel mehr Spaß, wenn der eigene Vierbeiner mit dabei ist, denn Laufen ist eine der größten Lieblingsbeschäftigungen des Hundes und Ihr könnt Zeit miteinander verbringen. Damit Ihr von Anfang an alles richtig macht, haben wir in diesem Beitrag die wichtigsten Fakten zum perfekten Start zusammengefasst.

Beagle und zwei Jogger

Welche Voraussetzung benötigt mein Hund zum Joggen?

Als erstes ist die körperliche Gesundheit eine Grundbedingung zum Joggen. Sowohl Ihr als auch Euer Hund sollten körperlich gesund sein und im besten Fall schon ein entsprechendes Fitness Level besitzen. Seid Ihr noch nie gejoggt, ist das auch kein Problem. Startet einfach mit einer niedrigen Geschwindigkeit und steigert diese und die Distanz nur sehr langsam.

Nicht jede Hunderasse eignet sich zum Joggen, wobei man nicht generell sagen kann, welche Rasse besser oder schlechter geeignet ist. Sowohl kurz- als auch langbeinige Hunde können zum Joggen mitgenommen werden. Hier ist, wie bereits erwähnt, der körperliche Zustand der ausschlaggebende Punkt. Seid Ihr Euch nicht sicher, ob das Laufen für Euren Hund infrage kommt, kontaktiert bitte Euren Tierarzt und holt Euch von ihm die Bestätigung. Er kann Euch zu diesem Thema ausführlich beraten.

Euer Hund sollte außerdem aus dem Welpenalter raus sein, da die Knochen vorher noch zu weich und nicht voll ausgebildet sind, sodass es zu Verletzungen und Fehlstellungen kommen kann. Viele Rassen sind ab etwa einem Jahr (meistens nach der ersten Läufigkeit) ausgewachsen. Dies ist nur ein grober Richtwert und sollte ebenfalls vom Tierarzt bestätigt werden. Einige Hunderassen sind das erste Mal mit zehn Monaten läufig, richtig ausgewachsen aber erst mit zwei Jahren.

Natürlich sollte die Freude am Laufen vorhanden sein, sonst wird es dem Hund keinen wirklichen Spaß bereiten, Euch zu begleiten. Relaxt er lieber zuhause auf der Couch als einen Fuß nach draußen zu setzen? Dann werdet Ihr ihn wahrscheinlich auch nicht zum Joggen „überreden“ können. Ebenso wichtig: Euer Hund sollte das Grundgehorsam und die Grundkommandos aus dem Alltag beherrschen.

Welche Ausrüstung benötige ich zum Joggen mit meinem Hund?

Hier gibt es eigentlich nicht viel, was Ihr zum gemeinsamen Joggen benötigt. Die einzige Voraussetzung ist ein Brustgeschirr für Euren Hund, einen Gurt für Euch und eine flexible Leine, die Euch mit Eurem Hund verbindet. Achtet bei dem Brustgeschirr für Euren Hund unbedingt auf die richtige Passform. Dieses darf beim Laufen nicht scheuern und muss eine freie Atmung gewährleisten.

Einen Bauchgurt für Euch zum Joggen findet Ihr in vielen verschiedenen Variationen (mit Taschen für Schlüssel oder Handy, mit reflektierenden Streifen zur besseren Erkennbarkeit bei Nacht usw.). Ich persönlich tendiere aber eher zum Hüftgurt aus dem Canicross Sport. Dieser sitzt, wie der Name schon sagt, an der Hüfte und verteilt die auftretenden Zugkräfte besser, sodass die Wirbelsäule entlastet wird. Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Hund mit 40 kg Gewicht, der plötzlich an der Leine zieht und damit fast das doppelte Gewicht am Bauch und somit auch an der Wirbelsäule zieht. Zudem haben diese speziellen Hüftgurte meistens einen sogenannten Panikhaken, mit dessen Hilfe Ihr die Verbindung zum Hund sofort lösen könnt.

Außerdem benötigt Ihr eine Leine die das Brustgeschirr Eures Hundes mit Eurem Gurt verbindet. Diese Leine sollte über einen sogenannten Bungee-Effekt verfügen. Zieht der Hund an der Leine, breitet sich diese wie ein Bungeeseil aus und verhindert so, dass es einen plötzlichen starken Ruck gibt. Keine Sorge, mit dieser speziellen Leine werden auch kleinere Hunde nicht „zurückgeschleudert“.

Bitte benutzt zum Joggen mit Eurem Hund niemals eine normale Leine, die Ihr in der Hand haltet oder ein normales Halsband. Bedingt durch das stete Halten der Leine, werdet Ihr Euch zwangsläufig einen unsauberen Laufstil zulegen, was wiederum auf Eure Gesundheit geht. Auch ein normales Halsband kann Eurem Hund viele Verletzungen zufügen – deshalb ist davon komplett abzuraten.

Was muss ich noch beim Joggen mit meinem Hund beachten?

Zu allererst: Euer Hund darf niemals mit vollem Magen Joggen gehen. Die letzte Mahlzeit sollte etwa zwei Stunden zurück liegen und auch während des Laufs bitte keine Leckerli geben. Dies könnte eine Magendrehung zur Folge haben, mit der nicht zu spaßen ist. Startet langsam mit Eurem Hund: Auch wenn Ihr es bereits gewohnt seid, mehrere Kilometer im moderaten Tempo zu laufen, Euer Hund ist es nicht. Nehmt Rücksicht auf Euren Hund und achtet auf ihn. Im besten Fall lasst Ihr Euren Hund erst einmal ein wenig schnüffeln und sein Geschäft verrichten, danach kann es los gehen.

Auch der Untergrund spielt eine wichtige Rolle: Ihr habt vielleicht die passenden Schuhe für jedes Terrain, Euer Hund läuft aber mit seinen nackten Pfoten beispielsweise auf Asphalt oder Schotter, was unter Umständen zu Verletzungen führen kann. Besser sind hier Wald- oder Wiesenwege, da diese wesentlich gelenkschonender sind als andere Untergründe. Nach dem Lauf sind die Pfoten auf eventuelle Fremdkörper zu kontrollieren und gegebenenfalls mit Pfötchenbalsam einzucremen.

Hund trink im Fluss
Achtet darauf, dass Euer Hund besonders bei warmen Temperaturen viel trinkt

Im Sommer, gerade bei hohen Temperaturen, ist die Tageszeit zu der Ihr gemeinsam joggen geht extrem wichtig. Als Faustregel sind 20 Grad anzusehen. Alles was wärmer ist, tut dem Hund nicht gut – auch nicht mit ausreichend Wasser. Dies hat den Hintergrund, dass auf Höhe des Hundes die Temperaturen wesentlich höher sind als für den Menschen, da der Hund dem Boden um einiges näher ist. Im Sommer solltet Ihr Asphalt meiden, da es hier zu Verbrennungen der Pfoten kommen kann. Grundsätzlich gilt: Geht zu dieser Jahreszeit entweder sehr früh morgens oder sehr spät abends joggen.

Um für dauerhaften Spaß bei Eurem Vierbeiner zu sorgen, solltet Ihr bei größeren Strecken immer wieder kurze Pausen einlegen, damit Euer Hund schnüffeln und sich erleichtern kann. Auch auf die regelmäßige Zufuhr von Wasser ist zu achten. Entweder habt Ihr einen entsprechenden Vorrat dabei oder Eure Laufstrecke ist so gewählt, dass Ihr an Flüssen oder Teichen vorbei kommen. Hat Euer Hund mal keine Lust, zwingt ihn nicht dazu, Euer Laufpensum trotzdem abzuspulen. Damit tunt Ihr Euch und Eurem Hund keinen Gefallen.

Viele unerfahrene Jogger oder Neulinge in diesem Bereich laufen ihre Kilometer und gehen dann direkt zurück in die Wohnung. Für Euch und Euren Hund ist es aber extrem wichtig, auszulaufen beziehungsweise kurze Dehnübungen nach dem Lauf durchzuführen, denn auch Euer Hund kann einen Muskelkater bekommen. Wenn Ihr jetzt noch eine Weile wartet bis es die nächste Mahlzeit oder Leckerli gibt, habt Ihr alles richtig gemacht und könnt stolz auf Eure ersten gemeinsamen Kilometer sein!

Bei folgenden Anzeichen solltet Ihr den Lauf unbedingt sofort beenden:

  • Laufverweigerung
  • starkes und/oder schnelles Hecheln
  • extrem zurückgezogene Lefzen
  • tiefrote Zunge
  • blasse Mundschleimhäute

Seid Ihr und Euer Hund zu einem eingespielten Laufteam geworden und habt beide eine solide Kondition erlangt, so stehen Euch weitere tolle Sportarten zur Verfügung, die wir ebenfalls in unserem Magazin vorstellen werden.

Sandra Tilgner
Sandra Tilgner

für Runners-Dog.de

Marketingkauffrau aus München, Bloggerin bei Runners-Dog.de, liebt sportliche Aktivitäten mit ihrer Mischlingshündin Zoe

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