Katzenhaltung: Einzelkatze oder Mehrkatzenhaltung?

Was spricht für und was gegen eine Einzelkatze oder Mehrkatzenhaltung?

Einzelkatze oder Mehrkatzenhaltung: Zwei kuschelnde Katzen im Körbchen.Die optimale Haltung von der Katze/den Katzen hängt grundsätzlich immer von deren Charakter sowie der Lebenssituation des Besitzers ab. Wenn man reine Wohnungskatzen halten möchte und berufstätig oder privat viel unterwegs ist, sollte man auf keinen Fall eine Einzelkatze halten. Selbst wenn bei Familien derzeit die eigenen Kinder noch im Haus sind, sollte man daran denken, dass die Katze möglicherweise länger leben wird, als die Kinder noch zu Hause leben.

Doch auch Freigängerkatzen, die Zuhause viel allein sind und unter Umständen nicht rein- und rauskönnen, wie sie wollen, können sich als Einzelkatze langweilen. Auch hier ist eine Zweitkatze sinnvoll, um zu verhindern, dass die Mieze vereinsamt und sich nicht wohlfühlt.

Allerdings treten andererseits in Mehrkatzenhaushalten häufiger Verhaltensprobleme auf, wie in vielen Ratgebern über das Katzenverhalten nachzulesen ist. Die Entscheidung für oder gegen die Mehrkatzenhaltung sollte deshalb genau abgewogen und vor allem an den individuellen Charakteren der Katzen festgemacht werden.

Einzelkatze

Katzen, die lange Jahre als Einzelgänger gelebt haben, sind häufig gegenüber einer weiteren Katze nicht aufgeschlossen. Fällt die eigene Katze darunter, ist eine Vergesellschaftung nicht zu empfehlen, da die Katze mehr Stress als Freude daran haben wird und auch die dazugeholte Mieze sicherlich unglücklich wäre.

Auch wenn Eure Mieze ein starkes Revier- oder Territorialverhalten zeigt oder beispielsweise Anzeichen für Futterneid zu erkennen sind, will die Mehrkatzenhaltung wohl überlegt sein. Hier müsst Ihr schon eine Samtpfote finden, die charakterlich mit der vorhandenen Katze harmoniert.

Entsprechend sozialisiert sind übrigens alle Katzenrassen Artgenossen gegenüber aufgeschlossen. Wenn Ihr also eine Einzelkatze halten möchtet, solltet Ihr Euch nach einem älteren Tier umsehen, das sich nicht mehr vergesellschaften lässt. Für Kitten ist diese Haltungsform nicht zu empfehlen. Das gilt auch für Kätzchen, die später Freigang bekommen sollen. Bis sie sich im neuen Zuhause eingewöhnt haben, vergehen auf jeden Fall einige Wochen. Zudem müssen die Tiere vor dem Freigang kastriert werden, um keinen ungewollten Nachwuchs in die Welt zu setzen.

Mögliche Probleme bei der Haltung einer Einzelkatze

1. Die Einzelkatze ist unterfordert und fängt in Eurer Abwesenheit an, die Wohnung zu zerlegen. Während Freigänger in der Natur viele Beschäftigungsmöglichkeiten finden, sind die Möglichkeiten der Wohnungskatze limitiert. Wenn sie den halben Tag allein und wartend verbringt, resultiert das schnell in vermeintlicher Zerstörungswut.

2. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Einzelkatzen ihre Menschen zum Spiel auffordern. In manchen Fällen verhalten sie sich dabei allerdings, als hätten sie es in Wahrheit mit einer großen Katze zu tun. Aber wir haben kein Fell, das uns vor Katzenkrallen oder –zähnen schützt. Die meisten Menschen sind deshalb nicht glücklich, wenn der Stubentiger ihn kratzend oder beißend zum Spiel auffordert. Vor allem dann nicht, wenn er es nachts oder in den frühen Morgenstunden tut. Eine Einzelkatze, die tagsüber acht Stunden alleine war, hat um diese Zeit allerdings viel nachzuholen. Auch wenn sie es nicht böse meint – für kleine Kinder kann dieses Verhalten zur Gefahr werden.

3. Den Ausdruck „Protest pinkeln“ hat fast jeder Tierhalter schon mal gehört. Tatsächlich kann eine Einzelkatze, die den ganzen Tag alleine in der Wohnung verbringt, unsauber werden. Das hat aber keinesfalls etwas mit Protest zu tun, sondern deutet vielmehr daraufhin, dass die Katze leidet und sich unwohl fühlt. Unsere Samtpfoten sind von Natur aus extrem reinliche Tiere – Unsauberkeit sollte immer als ernstes Zeichen gewertet werden.

4. Manche Katzen werden durch die Einzelhaltung regelrecht depressiv. Sie hören auf zu spielen, bewegen sich weniger und schlafen mehr als für die Miezen eigentlich üblich ist. Über längeren Zeitraum kann die verminderte Aktivität der Katze auch zu Übergewicht führen.

Bedenkt, dass ein verändertes Verhalten auch immer gesundheitliche Ursachen haben kann. Stellt eine unsaubere oder lethargische Katze also unbedingt beim Tierarzt vor.

 

Mehrkatzenhaltung

Möchte man mehrere Katzen halten, sollte man sich bei der Anschaffung gleich für ein Katzenpaar entscheiden oder zwei gesellige Katzen zusammenführen. Die Entscheidung, welche zwei Katzen man nimmt, ist jedoch nicht leicht. Denn auch bei Katzen muss die Chemie stimmen. Am besten und einfachsten ist es, zwei Wurfgeschwister oder bereits miteinander verträgliche Katzen (z.B. häufig im Tierheim zu finden) zu nehmen.

Möchte man hingegen zwei einander fremde Katzen vergesellschaften, sollte man sicher sein, dass beide Tiere sozial und anderen Katzen gegenüber aufgeschlossen sind. In der Regel wird empfohlen, dass sich die Samtpfoten charakterlich ähneln sollten, damit sie eine gemeinsame Basis haben. Auch der Altersunterschied sollte nicht zu groß sein. Ein aufgewecktes Kätzchen geht einer Seniorenkatze nicht nur schnell auf die Nerven, sondern findet in ihr auch keinen passenden Spielpartner. Natürlich sind Katzen Individuen und nur weil sie Katze A mögen, heißt das nicht, dass Katze B auch akzeptiert wird; Freundschaften sollte man auch Katzen nicht aufzwingen.

Möchte man mehr als zwei Katzen halten, gibt es Faustregeln, wie viele Katzen in einer Wohnung leben können. Die beste ist aus unserer Sicht: Maximal eine Katze pro Zimmer (nur Zimmer, wo die Katzen Zutritt haben, zählen als solche). So haben die Katzen die Möglichkeit, sich vor den anderen zurückzuziehen.

Grundvoraussetzungen für die Mehrkatzenhaltung sind natürlich, dass man auch Zeit für jede Katze hat und alle Bedürfnisse erfüllt werden, z.B. die Grundausstattung für jede Katze einmal (Näpfe, Katzentoiletten, Schlafgelegenheiten etc.) vorhanden ist.

 

Mögliche Probleme bei der Mehrkatzenhaltung

1. Wenn Ihr zum Beispiel ein Pärchen anschafft, solltet Ihr die Stubentiger rechtzeitig kastrieren lassen, bevor es zu ungewolltem Nachwuchs kommt. Die Tierheime sind leider voll von Katzen, deren Besitzer den richtigen Zeitpunkt für die Kastration verpasst und versehentlich einen Wurf “produziert” haben. Besonders bei verwandten Tieren wäre dieser Nachwuchs unter Umständen auch von Inzucht und entsprechend genetischen Fehler/Gesundheitsfolgen betroffen.

2. Manche Katzen mögen sich einfach nicht und häufig wird eine – nicht offen – unterdrückt und leidet darunter (z.B. wenn eine die andere ständig anstarrt, wenn sie die Katzentoilette benutzen möchte). Wenn sich die Katzen auch nach längerer Eingewöhnung überhaupt nicht mögen, sollte man überlegen, ob eine von ihnen bei neuen Besitzern nicht glücklicher wäre. Auf Dauer wird dieses sogenannte Katzenmobbing für das Opfer zur Qual und kann sogar dazu führen, dass die Mieze nicht mehr richtig frisst, häufiger krank wird oder Verhaltensstörungen entwickelt.

3. Unreinheit im Mehrkatzenhaushalt deutet fast immer auf ein Problem zwischen den Katzen hin. Das kann auch schlichtweg der Fall sein, wenn es nach Meinung der Katzen zu viele Miezen in einem Revier sind (selbstverständlich können auch andere Gründe vorliegen und zuerst sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden!)

4. Wenn bei einem Katzenpärchen oder im Mehrkatzenhaushalt eine der Katzen verstirbt, sollte man erst eine Weile abwarten, bevor man einen Ersatzpartner hinzuholt. Es kommt darauf an, ob die vorhandene Katze wirklich trauert oder nach einer Weile nicht aufblüht und sich herausstellt, dass sie alleine viel glücklicher ist.

 

Ob Einzelkatze oder Mehrkatzenhaltung ist eine Entscheidung, die Ihr individuell treffen müsst. Kitten solltet Ihr immer mindestens zu zweit halten. Nur erwachsene Katzen, die sich nicht mehr mit Artgenossen vergesellschaften lassen, eignen sich für die Einzelhaltung. Und das auch nur, wenn der Mensch viel Zeit zu Hause verbringt und die Katze entsprechend beschäftigt oder sie Freigang bekommt.

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Redaktion

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3 Kommentare
  1. Hallo an alle 🙂

    Ich habe eine wichtige Frage. Kann mir Jemand sagen, wie es ausschaut, wenn ich bereits eine Katze habe und ich mir zwei Katzen, die sich schon kennen, mit ins Haus nehme?
    Frage mich ob es eher gut oder eher nicht gut ist. Denn ich stelle mir die Frage, ob die Wahrscheinlichkeit groß ist das unsere Katze von den zwei neuen Katzen gemobt wird weil die sich ja schon kennen.

    Es wäre toll wenn Jemand eine kleine Ahnung hat.

    Danke im Vorraus 🙂

    1. Hallo Laura,

      das ist schwierig zu beantworten, da jede Katze anders ist. So kann es bei einigen klappen, bei anderen wiederum nicht. Gewöhne sie am besten langsam aneinander und bleibe vor allem in der Anfangszeit immer dabei, wenn die Katzen zusammen sind, um – im Ernstfall – sofort eingreifen zu können. In unserem Forum bekommst Du sicherlich noch mehr Tipps und vielleicht hat da schon jemand diese Erfahrung gemacht 🙂 https://forum.deine-tierwelt.de/

      Liebe Grüße und alles Gute für Euch!

      Hanna

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