Kleinanzeigen im Online-Tiermarkt: So erkennt Ihr Betrüger und unseriöse Angebote

Tipps zum Tierkauf im Internet

Immer wieder kommt es im Internet zu Betrugsfällen auf Anzeigenmärkten oder in Auktionshäusern. Doch nicht nur bei Konzerttickets oder Wertgegenständen wird getrickst und betrogen – auch wenn es um Lebewesen geht, haben Betrüger keine Skrupel.

Hund und Katze vor LaptopBetrugsformen der Tier-Kleinanzeigen im Internet

Doch weshalb kommt man den Betrügern so schwer auf die Schliche? Eines der Probleme ist, dass es verschiedene Formen des Betruges gibt.

Eine gängige Variante sind beispielsweise Kleinanzeigen, bei denen eigentlich kein Tier zum Verkauf steht: Hierbei wird das Tier meist kostenlos oder zum Schnäppchenpreis angeboten. Sofern es sich um ein kostenloses Angebot handelt – also das Tier verschenkt werden soll – wolle der Verkäufer aber immerhin die Flugkosten erstattet bekommen. So oder so soll per Vorkasse bezahlt werden (häufig über Western Union).

Ein Indiz für einen Betrug kann beispielsweise eine schlechte, automatische Übersetzung sein.
Ein Indiz für einen Betrug kann beispielsweise eine schlechte, automatische Übersetzung sein.

„In der Regel stammen derartige Anzeigen aus dem Ausland – häufig aus Afrika“, berichtet Dr. Andreas Jaster, Mitarbeiter beim Anzeigenmarkt von Deine-Tierwelt.de und zuständig für die Qualitätskontrolle. „Wenn der potenzielle Käufer tatsächlich zahlt, versuchen die Betrüger meist noch mehr Geld zu erbeuten, indem sie eine rührselige Geschichte erfinden.“ Beispielsweise heißt es dann in einer E-Mail, das Tier stecke an einem Flughafen in Quarantäne, und solle eingeschläfert werden, wenn die Folgekosten nicht übernommen werden würden. Tatsächlich – und eine Nachfrage beim Flughafen kann dies bestätigen – ist jedoch nie ein Tier angekommen.

Diese Art von Internet-Betrug ist nicht nur auf eine Tierart beschränkt. Anzeigen lassen sich sowohl in den Bereichen Hundewelpen, Kitten, Pferde, Fische (z. B. Rochen) oder Vögel (Papageien, Aras usw.) finden.

Doch nicht nur bei Hunden und Katzen ist Vorsicht geboten.
Nicht nur bei Hunden und Katzen ist Vorsicht geboten.

Eine andere Form der Betrugsanzeigen ist der Handel mit kranken Tieren. Das ist vor allem bei Hundewelpen eine häufig genutzte Masche. Hier werden kranke Welpen zu Schnäppchenpreisen verkauft. „Meist werden die Tiere billig aus osteuropäischen Ländern importiert“, weiß Dr. Andreas Jaster, der für die Kontrolle von mehreren tausend Anzeigen pro Tag zuständig ist. „Der Hund ist oft unheilbar beispielsweise an Parvovirose erkrankt und überlebt die ersten Tage zum Teil nicht.” Zudem fallen hohe Behandlungskosten für Tierärzte an. Die Tiere werden dem Verkäufer oft an öffentlichen Orten – beispielsweise Tankstellen oder Autobahnraststätten – übergeben.

„Trotzdem sind Angebote aus dem Ausland nicht automatisch unseriös“, erklärt der Mitarbeiter des Kleinanzeigenmarkts. „Wichtig ist nur, den Einzelfall zu prüfen, ob der Verkäufer korrekte Angaben macht, es mit rechten Dingen zugeht und alle angegebenen Papiere stimmen.“ Schließlich gäbe es auch in anderen europäischen Ländern anerkannte Züchter und Vereine, die sehr genau auf die Einfuhrbedingungen der Tiere und vor allem auf deren Gesundheit achten. Doch wie unterscheidet man unseriöse von seriösen Angeboten? Kann man den Anzeigen im Internet überhaupt noch trauen?

Anzeigen im Internet = Betrug?

„Einige Tierschutzorganisationen warnen grundsätzlich vor dem Kauf im Internet oder sagen, die Menge an Betrugsanzeigen läge bei 90%. Das ist nicht nur falsch, sondern Unsinn“, meint Andreas Jaster. „Generell sollte der Käufer immer gewisse Grundregeln beim Kauf beherzigen (s. Seite 2). Die sind aber unabhängig davon, ob die Anzeige im Internet, in der Zeitung oder auf dem Schwarzen Brett im Supermarkt aufgegeben wurde.“

Denn auch viele Tierheime, seriöse Tiervermittlungsorganisationen oder anerkannte Züchter bieten ihre Tiere im Internet an. Zwar ist ein Züchter, den man persönlich kennt und zu dem man Vertrauen hat, immer die beste und sicherste Möglichkeit – dies ist jedoch nicht immer möglich.

Ein Portal komplett ohne Betrugsanzeigen gibt es allerdings leider auch nicht. Deshalb ist es wichtig, als Käufer genauer hinzuschauen.

Was bedeutet Betrug und unseriös?

Grundsätzlich kann man von einem Betrug oder einer unseriösen Anzeige sprechen, wenn dem Käufer falsche Tatsachen vorgespiegelt werden – also beispielsweise falsche Angaben zu Geburtstort oder Papieren des Hundes gemacht werden. Dies kann der Käufer manchmal selbst erkennen, indem er die Anzeigen aufmerksam liest.

Wenn eine Anzeige mehrfach mit unterschiedlichen Standorten geschaltet wird und Bild/Überschrift nicht mit dem Text übereinstimmen, ist Vorsicht geboten.

Wird beispielsweise viermal die gleiche Anzeige, jedoch mit immer unterschiedlichen Standorten, geschaltet oder ein normalerweise 1000 Euro teurer Mopswelpe mit Ahnentafel soll nur ein Zehntel des Preises kosten, ist dies ein Hinweis auf einen Betrug. Ein weiteres Indiz: Bild/Überschrift und Text passen nicht zusammen – oder was meinen Sie, wird hier angeboten, wenn ein Mops angepriesen, in der Anzeige aber die Rede von einem Husky ist?

Darüber hinaus ist gezieltes Nachfragen wichtig. Wird beispielsweise von Dokumenten und Papieren gesprochen, sollte der Käufer im Vorfeld nachhaken, um was es sich handelt. Unter anderem sollte ein Hund nur mit gültigem EU-Heimtierausweis/Impfpass und Kaufvertrag übergeben werden – eine Ahnentafel ist beim Kauf eines Rassehundes von Züchtern normalerweise auch enthalten. Wenn die vermeintliche „Hobbyzucht“ jedoch keinen Verein nennen kann und man den „gemütlichen Hof, auf dem die Hunde frei herumlaufen und sozialisiert werden“ nicht besuchen darf, sollte man als Käufer die Warnglocken läuten hören.

Wir haben Euch diese und weitere Punkte noch einmal zusammengefasst.

Weiterlesen auf Seite 2: Betrugsanzeigen im Internet erkennen und Tipps zum Tierkauf

DeineTierwelt
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Redaktion

Dein Tier in besten Händen: Wir geben Dir Informationen und Tipps zu Deinem Liebling.

19 Kommentare
  1. Hallo, finde es toll daß hier über Betrüger in der Tierwelt gechrieben wird. Leider ist der Beitrag viel zu versteckt um Laien im Hundekauf richtig zu informieren. Vielleicht hilft ein Hinweis auf Eurer Startseite!!! Ich selbst habe diese Anzeigen zigmal gemeldet und E-Mails vom Verkäufer in “Undeutsch” vorliegen.

    1. Hallo Rita!

      Unter jeder Anzeige auf DeineTierwelt.de gibt es zusätzlich einen Link zum Artikel “Checkliste für den Welpenkauf”. Zudem haben wir diesen kürzlich veröffentlichten Artikel über unser Forum und Facebook sowie Twitter verbreitet. Wir hoffen darauf, dass möglichst viele Menschen den Artikel zusätzlich teilen, um die User zu sensibilisieren. Ein weiterer Link auf der Startseite ist eine gute Idee! Wir werden das durchsprechen und es baldmöglichst umzusetzen!

      Viele Grüße
      Jessica

        1. Hallo Jasmin,

          du findest neben jeder Anzeige den “Anzeige melden”-Button, durch den das Angebot noch einmal von uns geprüft und evtl. gelöscht wird.

          Beste Grüße aus der Redaktion

    2. Hallo Rita,
      da kann ich Dir nur voll zustimmen. Wie oft ich schon eine Anzeige gemeldet habe, weiß ich nicht. Irgendwann wird es albern weil diese – falls überhaupt entfernt – zwei Tage später wieder auftaucht.
      Ich selbst bin sehr selten hier auf der Palttform und habe auch eben zufällig diese Diskussionsbeiträge gefunden. Liegt sicher auch daran, daß ich keine Hunde kaufen möchte 🙂

  2. Hallo,

    ich schau mir Anzeige über verkauf von Labrador Retriever Welpen.
    Und ich kann nicht verstehen , wenn man schreibt , das SILBENER Labrador Welpen stammen aus seriiose Zucht und Welpen und Eltern Tiere haben Papieren ( Ahnentaffel)
    Warum wird hier nicht geschrieben , dass beim REINRASSIGE LABRADOR RETRIEVER nur 3 FARBEN gibt !!!!
    Schwarz, Gelb (red fox ) und Braun!!! Es gibt keinen Labrador in farbe SILBER !!!

    1. Hallo Elena,
      es ist völlig korrekt, wenn Du schreibst, daß es Labbis nur in drei Farben gibt. Es stimmt aber auch, daß es welche in Silver und Chacoral gibt – nur sind die eben NICHT reinrassig! In diesen Linien, die sich bis auf ihren Ursprung zurückverfolgen lassen, wurde ein Weimaraner eingekreuzt. Das ist Tatsache. Doch auch andere Bastarde werden hier ja massenhaft als “reinrassig” offeriert und es ist auch kein Geheimnis, daß solche Bastarde teurer als echte reinrassige Tiere gehandelt werden. Die bekommen allesamt “Papiere” von irgendwelchen Vereinen da das eine sehr gute Einnahmequelle für die Vereine und die dort organisierten “Züchter” ist. Ja, seriös geht anders! Zumal solche “Sonderfarben” nicht nur niemand braucht, sie machen zudem die Rassen krank durch die eingeschleppten Defektgene. Kranke Tiere haben eine kürzere Lebenserwartung – das beflügelt natürlich den Absatz! So simpel ist es wirklich.

    1. Einen grösseren Unsinn habe ich noch nie gelesen! Die FCI ist alles nur kein “Verein für hundezucht” sondern EIN Dachverband für jeweils EINEN nationalen Zuchtverband und auch der züchtet keine Hunde, das tun die Züchter in den diesem angeschlossenen Vereinen! Darüberhinaus gibt es noch viele andere Verbände und Vereine in denen Hundezüchter organisiert sind. Unseriöse Züchter findet man sowohl in den der FCI angegliederten Verbänden als auch in den freien Vereinen und deren Dachverbänden mehr als reichlich! Ein Interessent, der zu bequem ist sich selbst ein Bild vor Ort zu machen – und das mehrfach – verdient es selbst, einem unseriösen Welpenanbieter in die Fänge zu geraten. Züchter kann sich jeder nennen – ob er einer ist, muß er vor den kritischen Augen der Öffentlichkeit beweisen. Die meisten sind bestenfalls Vermehrer und Massenerzeuger. Masse und Klasse schließen sich in allen Lebensbereichen gegenseitig aus.

  3. Ich habe eine Anzeige gemeldet..wurde aber als seriös eingeschätzt…wir waren da..also wenn das seriös ist, möchte ich nicht wissen, wie die unseriösen Züchter aussehen.Man konnte mir noch nicht mal die Grösse des Wurfes nennen…um nur eine Aussage wiederzugeben. So kann ich die “Prüfung” nicht ernst nehmen… da hätte ich mir mehr erhofft.

    1. Hallo Ch.,
      was hast Du erwartet? Wie soll die Anzeigenredaktion einen unseriösen Anbieter erkennen ohne bei ihm vor Ort aufzulaufen? Das geht nicht! Ich selbst hatte Anzeigen von Bastarden gemeldet, weil sie zwischen denen von Rassehunden auftauchten und jemand der nicht allzuviel von Hunden weiß, fällt auf sowas natürlich herein. Soll er ja auch! Solche offensichtlich betrügerischen Offerten kann ein Redakteur mit entsprechender Sachkunde und dem entsprechenden Wollen auch erkennen. An letzterem scheitert es dann aber wohl oft. Anders kann ich mir nicht erklären, daß hier ganz offensichtlich Qualzuchten offeriert werden ohne jegliches Einschreiten. Also, da muß man sich nicht wundern – alles hat seinen Preis.

      1. Hallo zusammen, ging es dabei um eine Anzeige in unserem Portal? Sowas wollen wir natürlich absolut vermeiden und versuchen, unseriöse Anbieter rauszuwerfen beziehungsweise gar nicht erst reinzulassen. In absoluten Zweifelsfällen bitte erneut an uns wenden, wir versuchen natürlich immer, da entgegenzuwirken. Wir wollen und werden definitiv keine Qualzuchten unterstützen. Danke Euch und viele Grüße!

  4. Noch eine Anmerkung:
    Es ist gut und richtig, daß Interessenten aufgeklärt werden. Allerdings sehe ich es als sinnlos an, wenn jemand meint die Seriosität eines Anbieters an seiner Selbstdarstellung in den Medien beurteilen zu wollen. Dazu müßten zuerst die Medien selbst Seriös sein und das trifft auf sowas wie Facebook in keinster Weise zu. Die virtuelle Welt ist und bleibt eine Scheinwelt, die von der realen Wirklichkeit Lichtjahre trennen. Der Vorteil für jeden ernsthaften Interessenten ist der, eine jederzeitige persönliche Inaugenscheinnahme einer Zuchtstätte vornehmen zu können. Das Risiko beim unangemeldeten Auftauchen abgewiesen zu werden ist keines, es ist hingegen der Beweis dafür, daß diese Zucht unseriös betrieben wird. Damit hat man selbst viel Geld gespart und – was wichtiger ist – mit großer Wahrscheinlichkeit viel tierisches Leid vermieden.

  5. Auf meine Suche nach einem Bolonka meldete sich eine Ramona Emlin die mir ihre Bolonka Hündinanbot mit allem Zubehör. Der Hund sei in D geboren, sie ist mit ihm wieder nach Ungarn und hat eh.Beruf kaum Zeit u.möchte ihn mit einer Transportfirma zu mir schicken, brauche nur die Transportkosten von 520€ zahlen…ist doch komisch..

    1. Hallo,

      schwierig das so zu beurteilen. Eventuell hat sie tatsächlich keine Zeit mehr für ihr Tier und möchte ihm das ewige Alleinsein und die Unterbeschäftigung ersparen. Dafür würde auf jeden Fall sprechen, dass nur die Transportkosten übernommen werden sollen und sie den Hund selbst einfach nur in gute Hände abgeben möchte. Aber wenn Du es als unseriös einschätzt und kein gutes Gefühl dabei hast , würde ich mich lieber weiter umgucken.

      Liebe Grüße! Hanna

  6. Es ist richtig gut ,daß ihre Plattform vor Betrügern warnt!!Schade,daß es nicht mehr und öfter in den Medien veröffentlicht wird,denn egal ob Massentierhaltung oder die Massenzucht von Hunden oder Katzen es ist und bleibt Tierquälerei!!

  7. Liebe Redaktion,
    schön wie Ihr vor Betrügern und unseriöse Züchtern warnt. Leider müssten wir erleben wie genau so eine Züchterin auf Eurer Seite für ihre Tiere wirbt. Die Dame vermarktet kranke Meerschweinchen, die häufig auch zu früh von der Mutter getrennt werden. Wir hatten uns zwei kleine Meeris bei ihr gekauft, da wir dieser Seite vertraut haben😠. Die beiden sollten als Partner für unser älteres Schweinen sei . Der erste Neuling starb bereits nach 10 Tagen an einem Virus. Er har unseren Senior angesteckt, der trotz massiver Bemühungen der Tierärztin und uns nach ca. 3 Wochenende dem selben Virus starb. Der zweite Neuling War total vermilbt. Wie wir zwischenzeitlich wissen sind wir nicht die Einzigen, die diese Erfahrung mit dieser Dame gemacht haben.
    Mir ist klar, dass Ihr nicht Eure Kunden überprüfen könnt, aber wir wollten einfach kundtun, dass eine Werbung mit der Vermittlung von “gesunden” Tieren nicht stimmt.
    (Anmerkung von Hanna: Ich habe den Namen entfernt, da es sich aktuell um eine Anschuldigung handelt, die wir so erst einmal nicht bestätigen können)
    Viele Grüße
    Merlin U.

    1. Guten Morgen, das klingt natürlich gar nicht gut. Haben Sie die Inserentin unserem Kundensupport gemeldet? Neben jeder Anzeige gibt es einen Button mit “Anzeige melden”. In solchen Fällen sollten Sie immer auch das zuständige Veterinäramt einschalten. Die werden die Dame überprüfen und wir können mit einer Sperrung reagieren. Danke und liebe Grüße, Hanna

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