Kleintiere in Außenhaltung: So gelingt der Umzug ins Freie

Buddeln und Haken schlagen: An der frischen Luft geht das besonders gut. Draußen fühlen sich Kaninchen und Meerschweinchen daher besonders wohl. Sobald im Frühling die Temperaturen steigen, können vorhandene Außengehege wieder hergerichtet und neue Gehege gebaut werden. Im Handel erhältliche Käfige sind in der Regel viel zu klein und daher weder für die Außen- noch für die Wohnungshaltung von Meerschweinchen und Kaninchen geeignet.

Kaninchen im GrasEine Futterumstellung ist zwingend erforderlich

„Schon Wochen vor dem Umzug ins Freie sollten die Tiere täglich etwas frisches aber trockenes Gras bekommen. So werden sie langsam an die Futterumstellung gewöhnt“, erklärt Martina Schnell, Referentin für Heimtiere bei Vier Pfoten. Die Umsetzung ins Freiland sollte etwa Mitte Mai erfolgen, sofern keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Dabei gilt es auch zu bedenken, dass Meerschweinchen noch kälteempfindlicher sind als Kaninchen. Sollen die Tiere im Außengehege überwintern, müssen Sie unbedingt noch vor August an die frische Luft ziehen. Sonst haben sie keine Zeit das erforderliche Winterfell auszubilden. Danach dürfen sie nicht mehr in die Wohnung – auch nicht für eine halbe Stunden. Andernfalls kann es vorkommen, dass die Tiere direkt mit dem Abhaaren beginnen.

Einkuscheln: Ein warmer Stall für kalte Nächte

Sowohl Kaninchen, als auch Meerschweinchen reagieren besonders empfindlich auf Zugluft und Nässe. Deshalb brauchen die Tiere im Außengehege unbedingt einen wetterfesten Stall, bestenfalls ausgestattet mit einem doppelten Boden. Der Stall sollte keinen direkten Kontakt zum Erdboden haben, denn nur so ist eine gute Luftzirkulation gewährleistet und es kann keine Feuchtigkeit in das Holz ziehen. Besonders wichtig ist der ständige Zugang zum Freigehege sowie zwei Ausgänge. Wenn sich zwei Tiere im Stall befinden und es zu einem Streit kommt, kann das unterlegene Tier jederzeit fliehen.

Die richtige Größe für ein Freigehege

Wer Kleintiere in Außenhaltung unterbringen möchte, muss auf jeden Fall ein großes Stück seines Gartens an die Tiere abtreten. Zwei bis drei Kaninchen benötigen mindestens sechs bis zehn Quadratmeter Platz. Für zwei bis vier Meerschweinchen solltet Ihr vier bis acht Quadratmeter berechnen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Platz, desto besser. Bei kühleren Temperaturen ist die richtige Gehegegröße besonders wichtig. Nur dann können sich die Tiere ausreichend bewegen – essentiell, um warm zu bleiben. Der Bodengrund des Geheges sollte matschfrei sein. Bei vielen Haltern leistet Rindenmulch gute Dienste.

Der richtige Standort für das Außengehege

Das Außengehege sollte ganztägig Schattenplätze bieten. Eine überdachte Gehegeseite bietet außerdem Schutz bei gelegentlichen Regenschauern. Kleintiere in Außenhaltung müssen aber nicht nur vor der Witterung, sondern auch vor anderen Tieren geschützt werden. Kaninchen und Meerschweinchen haben zahlreiche natürliche Feinde wie Greifvögel, Marder, Katzen oder Füchse. Das Gehege sollte von oben gesichert und mindestens 50 Zentimeter tief in den Boden eingelassen werden.

Abwechslung im Außengehege: So gestaltet Ihr das Gehege richtig

Für eine artgerechte Tierhaltung ist Abwechslung im Gehege sehr wichtig. Die Tiere brauchen Versteckmöglichkeiten, Plätze zum Graben sowie ausreichend Äste und Zweige zum Benagen. Gut geeignet sind ungespritzte Obstbäume, Haselnuss- oder Heidelbeerbüsche. Kaninchen benötigen außerdem erhöhte Plätze, um Ausschau zu halten.

Darauf solltet Ihr bei der Fütterung von Kleintieren in Außenhaltung achten

Frisches, staubfreies Heu sollte nicht nur als Einstreu, sondern vor allem als Futtermittel den ganzen Tag zur Verfügung stehen. Auch in Außenhaltung brauchen Meerschweinchen und Kaninchen regelmäßig abwechslungsreiches Frischfutter. Dies sollte den Tieren mehrmals täglich in kleinen Portionen gereicht werden. So kann es bei warmen Temperaturen nicht verderben und in der kühlen Jahreszeit nicht einfrieren. Im Winter sollten die Tiere zusätzliches Kraftfutter bekommen – Samen, Kerne oder getrocknetes (ungeschwefeltes!) Obst – gut verträglich sind zum Beispiel unbehandelte Apfelchips. Auch getrocknetes Gemüse kann zusätzlich gegeben werden.

Achtung: Verletzungsgefahr bei Nippeltränken im Winter

Frisches Wasser muss ebenfalls permanent zur Verfügung stehen und regelmäßig gewechselt werden. Im Winter bitte daran denken, dass das Metallstück der Nippeltränke einfrieren kann – ein Verletzungsrisiko für die Tiere, die mit dem Mäulchen kleben bleiben. Alternativ auf Näpfe aus Ton zurückgreifen, die auf einem für Tiere geeigneten Heizkissen nicht einfrieren können.

 

 

 

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