Leukose bei Katzen

Unter Leukose können sich viele Menschen erst einmal nichts vorstellen. Unter dem alternativen Begriff Leukämie allerdings schon eher. Leukose gibt es auch bei anderen Tierarten wie Rindern und sowohl Menschen als auch Hunde können an Leukämie erkranken. Näheres zur Katzenleukose erklären wir hier.

Rot-weiße Katze liegt auf Kissen

Was ist Katzenleukose?

Die Katzenleukose ist eine ansteckende und sehr gefährliche Katzenkrankheit. Sie wird durch die Infizierung mit dem Felinen Leukämievirus (kurz FeLV) ausgelöst. Ist die Krankheit ausgebrochen, kann sie leider nicht behandelt werden und endet tödlich. Das Virus ist besonders für ungeimpfte Tiere gefährlich, die Kontakt zu Artgenossen haben. Deswegen wird empfohlen, die Katzen gegen Katzenleukose zu impfen.

Ansteckung durch Bissverletzungen und Deckakt

Das Feline Leukämievirus kann von Katze zu Katze übertragen werden. Meistens wird das Virus über den direkten Kontakt übertragen. Vor allem wird das Virus durch Bisse und über Paarung verbreitet. Auch ein Muttertier kann das Virus an ihre Kätzchen weitergeben. Besonders bei jungen Katzen bis zu 16 Wochen ist die Ansteckungsgefahr groß, die Empfänglichkeit für das FeLV nimmt mit zunehmendem Alter ab.

In erster Linie sollten Freigänger getestet, geimpft und auch kastriert werden. Unkastrierte Kater prügeln sich gerne draußen mit Rivalen. Das heißt, dass infizierte Tiere durch die Bisse das Virus auf den Kontrahenten übertragen.

Auch eine indirekte Ansteckung ist möglich: Wenn mehrere Katzen in einem Haushalt wohnen, kann sich eine gesunde Katze infizieren, wenn sie sich beispielsweise einen Wassernapf mit einer infizierten Fellnase teilt. Auch über die gegenseitige Fellpflege ist eine Ansteckung möglich.

Wenn sich Katzen mit dem FeLV infizieren, heißt das nicht, dass die Krankheit auch sofort ausbricht. Während einige Katzen bereits nach den ersten Tage Symptome zeigen, kann es bei anderen Tieren Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern.

Die Symptome von Katzenleukose

Der Feline Leukämievirus greift das Immunsystem der Katze an. Das heißt also, dass die Abwehrkräfte geschwächt sind. Allerdings geht die Katzenleukose wie viele andere Katzenkrankheiten auch nicht mit eindeutigen Symptomen einher. So kann die Katze an Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Fieber und Schweratmigkeit leiden. Sie wirkt müde und lustlos und ist außerdem anfällig für andere Krankheiten.

Weiter kann das erkrankte Tier an Gelbsucht leiden. Durch eine Blutarmut sind die Schleimhäute der Katzen blass. Sie verlieren plötzlich stark an Gewicht und leiden oft an Zahnfleischentzündungen. Auch zugezogene Wunden heilen nur schlecht, außerdem können sich Tumore bilden.

Tipp

Um die Schleimhäute zu überprüfen, einfach mit dem Finger beispielsweise auf das Zahnfleisch drücken, sofern es Eure Katze zulässt. Dies sollte in sekundenschnelle wieder deutlich rosig werden. Blasse Schleimhäute können bei Tieren übrigens auch ein Anzeichen für Kreislaufprobleme sein.

Ein schwaches Immunsystem kann auch auf andere Erkrankungen wie FIP (Feline Infektiöse Peritonitis), FIV (Felines Immundeffizienz-Virus oder „Katzenaids“) oder FIA (Feline Infektiöse Anämie) hinweisen. Nicht bei jeder infizierten Katze bricht das Virus auch tatsächlich aus. Einige Tiere verfügen über ein sehr starkes Immunsystem, das den Erreger selbstständig besiegen kann.

Folgeerkrankungen der Katzenleukose

Wie bereits erwähnt, schwächt das Virus das Immunsystem der Katzen. In der Regel kommt es zu Veränderungen im Organsystem, wo sich das Virus gut vermehrt. Das hat zur Folge, dass die normale Blutbildung im Knochenmark aussetzt und sich Tumore bilden. Bei jungen Katzen sind die Tumore besonders häufig bösartig. Außerdem können neurologische Probleme und Fruchtbarkeitsstörungen auftreten. Durch das geschwächte Immunsystem werden vor allem sekundäre Infektionen wie etwa Lungenentzündungen oder Katzenschnupfen für die erkrankten Tiere gefährlich.

Diagnose durch den Tierarzt

Um Gewissheit zu bekommen, ob Eure Katze an dem Felinen Leukämievirus erkrankt ist, müsst Ihr auf jeden Fall zum Tierarzt gehen. Um das Virus nachzuweisen, muss der Tierarzt Blut abnehmen, da es nur so identifiziert werden kann. So lange das Virus im Blut nachgewiesen werden kann, ist die Katze ansteckend, auch wenn die Krankheit selbst nicht ausgebrochen ist. Solltet Ihr also mehrere Katzen halten, solltet Ihr bei Verdacht alle Fellnasen testen lassen.

Katzenleukose behandeln?

Leider gibt es kein Medikament gegen Katzenleukose. Konnte das Immunsystem der Katze die Erreger also nicht selbst besiegen und es treten erste Symptome auf, ist es zu spät. Allerdings können zumindest die Symptome gelindert und das Immunsystem gestärkt werden. Auch eine gesunde Ernährung, wenig Stress und eine artgerechte Haltung und Beschäftigung tun erkrankten Katzen gut. Es macht Sinn, die infizierten Tiere in der Wohnung zu halten, damit sie zum einen ihre Artgenossen nicht anstecken und sich zum anderen keine weiteren Infekte aufgrund des schwachen Immunsystems einfangen.

Ihr müsst Euch darauf einstellen, dass Euer Liebling mit der Zeit immer schwächer wird. So schwer der Schritt auch ist: Geht es Euer Katze bereits sehr schlecht und sind die Symptome stark fortgeschritten, solltet Ihr darüber nachdenken, Eurem Liebling weiteres Leid zu ersparen. Lasst Euch in dem Fall genau von Eurem Tierarzt beraten.

Katze wird geimpftImpfen gegen Katzenleukose

Es gibt die Möglichkeit, Katzen gegen Katzenleukose impfen zu lassen. Dies wird von vielen Tierärzten empfohlen und gehört zu den Standardimpfungen, da sie als zuverlässig gilt. Die Impfung macht wie bereits erwähnt vor allem Sinn, wenn Eure Katze Freigänger ist.

Meist wird die erste Impfung im Alter von neun Wochen verabreicht, es folgt drei Wochen später eine weitere. Ab dann sollte die Impfung jährlich aufgefrischt werden. Habt Ihr eine ältere Katze aufgenommen,solltet Ihr sie vor einer Impfung testen lassen. So stellt Ihr sicher, dass sie das Virus nicht bereits in sich trägt. Achtung: Trägt die Katze das Virus in sich, kann eine Impfung dazu führen, dass die Erkrankung ausbricht!

 

Wichtig
Sollte Eure Katze öfter mal krank sein, empfiehlt es sich in jedem Fall, einen Tierarzt aufzusuchen.

 

Hanna | DeineTierwelt

Contentmanagement & PR

Redakteurin bei DeineTierwelt, Social Media Managerin und Hundemama.

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