Programm Gelber Hund – Mehr Abstand bitte

Viele Hundebesitzer werden folgende Situation kennen: Der eigene Hund ist an der Leine, plötzlich stürmt ein unangeleinter Artgenosse meist ungebremst auf einen zu. In der Entfernung: Herrchen oder Frauchen, rufend: „Der tut nichts!“. Dass der eigene Hund oder man selbst aber den Kontakt mit dem Gegenüber nicht möchte, wird ignoriert. Oft begleitet von Missverständnis des anderen Herrchens oder Frauchens. Dabei kann der nicht-gewünschte Kontakt zahlreiche Gründe haben: Der eigene Hund hat beispielsweise Angst, ist unverträglich, krank, im Training oder einfach alt. Auch zu sagen, dass man den Kontakt schlichtweg gerade nicht möchte, ist vollkommen in Ordnung. Wir sagen schließlich auch nicht jedem Menschen den wir auf der Straße treffen händeschüttelnd „Guten Tag“. Diesem Problem soll das Programm Gelber Hund Abhilfe schaffen.

Jack Russel vor gelber WandLeider ist es für viele Hundebesitzer nicht selbstverständlich, seinen Hund nicht zu jedem Artgenossen rennen zu lassen. Oftmals ist der Hund in der Aufregung auch nicht abrufbar. Damit man bereits vorher Hunde erkennen kann, zu denen kein Kontakt gewünscht ist, wurde das Programm Gelber Hund ins Leben gerufen. Ein gelbes Band an Halsband, Leine oder Geschirr befestigt oder ein gelbes Halstuch soll signalisieren, dass die Fellnase Freiraum braucht. Sowohl von anderen Hunden als auch fremden Menschen.

Die Idee

Vor rund fünf Jahren startete Eva Oliversson die Kampagne in Schweden. Zuvor erfuhr sie von einer Hundeschule in Australien, die einige ihrer Hundeschüler so kennzeichnete. Mit dabei waren auch Pirre Andersson, Ulla-Britt, Maria A., Maria K. und Gitte, die sich aus dem Internet kannten. Die Frauen schlossen sich zur „REKO“ Gruppe zusammen, um sich für einen fairen, freundlichen und ethischen Umgang mit Mensch und Tier einzusetzen. Sie starteten eine Homepage sowie eine Facebookseite, um das Programm Gelber Hund bekannt zu machen. Inzwischen ist die Kampagne eine internationale Trademark Eintragung und ist urheberrechtlich geschützt.

Ein paar Monate später erfuhr Ramina Noack aus dem Tierzentrum Leuthen von der Kampagne. Sie beschloss, diese auch in Deutschland bekannter zu machen und zu unterstützen.

Programm Gelber Hund – Was steckt genau dahinter?

Ein gelbes Band oder Tuch heißt nicht automatisch, dass der Hund aggressiv ist und sofort beißen könnte – dafür ist die Kennzeichnung auch primär nicht gedacht. Auch kranke oder alte Hunde können Abstand brauchen. Einige Fellnasen haben schlechte Erfahrungen mit Artgenossen oder Menschen gemacht und möchten deswegen gar keinen oder nur langsamen, kontrollierten Kontakt. Auch läufige Hündinnen können so „gekennzeichnet“ werden. Ein gelbes Band oder Tuch bedeutet also: Gewährt dem Hund Abstand oder gebt ihm genug Zeit, auszuweichen. Dies gilt sowohl für Mensch als auch für Tier.

Infosheet Programm Gelber Hund

In jedem Fall gilt: Egal wie freundliche Euer Hund sein mag, lasst ihn nicht einfach zu fremden Hunden oder Menschen rennen. Kommt Euch ein angeleinter Hund entgegen, ruft Eure Fellnase zu Euch und leint sie ebenfalls an, wenn Ihr nicht garantieren könnt, dass sie den Gegenüber nicht doch begrüßen will.

Wichtig
Bitte denkt daran: Besteht ernsthaft die Gefahr, dass Euer Hund andere Hunde oder Menschen beißen könnte, solltet Ihr ihn mit einem Maulkorb sichern und Euch unbedingt professionelle Hilfe suchen!

 

Hanna | DeineTierwelt

Contentmanagement & PR

Redakteurin bei DeineTierwelt, Social Media Managerin und Hundemama.

1 Kommentar
  1. Ich habe noch keinen Hundebesitzer getroffen, der etwas vom Gelben Hund gehört hat. Erklären kann ich es keinem, wenn ich mit meinem Hund unterwegs bin. Der bellt nämlich wie verrückt und bekommt vor Angst und Wut gleich einen Kamm vom Hals bis zum Schwanz…

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