Schutz für Hunde und Katzen vor Zecken

Der Frühling steht vor der Tür – zumindest theoretisch laut Kalender. Aber tatsächlich klettern die Temperaturen immer weiter nach oben und das heißt auch, dass die Zeckenzeit wieder beginnt. Wir geben Euch Tipps, wie Ihr Eure Hunde und Katzen vor Zecken schützen könnt.

Hund im hohen Gras

Die Gefahr von Zecken

Etwa ab März beginnt die Zeit, in der wieder vermehrt auf Zecken aufgepasst werden muss. Denn die kleinen Krabbeltierchen sind bereits ab 7 °C wieder aktiv und leben vorwiegend in Wäldern, Wiesen und Feuchtgebieten. In Deutschland gilt die Gefahr von Zecken bis etwa Oktober/November. Ist der Winter allerdings besonders mild, können die Zecken weiterhin überleben. Aber was macht Zecken überhaupt so gefährlich?

Zecken können Krankheiten übertragen, die sowohl für Mensch als auch für Tiere gefährlich sein können. Neueste Studien zeigen, dass mit Krankheiten infizierte Zecken deutlich länger aktiv sein können, da sie extreme Kälte und Hitze eher überleben, als nicht-infizierte Artgenossen. Katzen infizieren sich übrigens wesentlich seltener als Hunde oder Menschen und können nicht an Borreliose erkranken. Häufig fangen sich Hunde von Zecken übertragene Krankheiten im Ausland ein und somit sind des Öfteren auch Tiere aus dem Tierschutz – beispielsweise aus Spanien – betroffen.

Welche Krankheiten können Zecken hierzulande übertragen?

Anaplasmose

Anaplasmose hat zur Folge, dass sich das Blutbild verändert: Die weißen Blutzellen werden geschädigt und zerstört und das kann für den Hund tödlich enden. Symptome sind plötzliches hohes Fieber, die Tiere werden apathisch und wollen nicht mehr fressen. Oft kommt es zu Durchfall und Erbrechen. Viele Hunde haben keine Lust mehr sich zu bewegen, was damit zu tun haben kann, dass durch die Krankheit Entzündungen in den Gelenken auftreten. Auch innere Organe wie Leber, Milz und Niere können angegriffen werden. Außerdem kann es vorkommen, dass der Hund erblindet.

Borreliose

Die häufigste Erkrankung bei Menschen nach einem Zeckenbiss ist die Borreliose, bei Tieren kommt sie hingegen eher selten vor. Viele Hunde sind zwar mit dem Erreger infiziert, doch nur lediglich 5% der infizierten Hunde zeigen Symptome. Bei der Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit. Hauptsymptom der Borreliose ist Polyarthritis, also eine Entzündung mehrerer Gelenke. Außerdem Fieber, Lymphknotenschwellungen und Appetitlosigkeit. Das tückische: Die Symptome können auch noch Wochen oder Monate nach dem eigentlichen Zeckenstich auftauchen. In den meisten Fällen bildet sich bei einer Borreliose-Infektion eine ringförmige Rötung um die Stichstelle.

Babesiose

Die Babesiose ist auch als Hundemalaria bekannt. Diese Krankheit ist lebensbedrohlich, da die Erreger die roten Blutkörperchen zerstören. Meistens beginnt die Krankheit mit hohem Fieber, starkem Durst, Appetitlosigkeit, Mattheit sowie rasantem Konditionsverlust. Auch an Gewicht verliert das Tier schnell und akut. Durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen kommt es zu Blutarmut und Gelbsucht mit rotem oder grünlichen Urin. Auch die Schleimhäute können sich entzünden, Bewegungsstörungen sowie Lähmungen und epileptische Anfälle auftreten. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt, sterben erkrankte Tiere in der Regel.

Frühsommer-Meningoenzephalitis

FSME – die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis – kommt bei den Tieren eher selten vor, ist aber für den Menschen besonders gefährlich. Hunde können sich auch infizieren, entwickeln allerdings selten ein Krankheitsbild. Hunde erkranken nur, wenn sie unter einem sehr schwachen Immunsystem leiden. Dann führt es ähnlich wie beim Menschen allerdings zu schweren Erkrankungen, an denen die meisten Tiere sterben. Symptome sind Fieber, Krämpfe, Lähmungen, Bewegungsstörungen, neurologische Symptome sowie ein erhöhtes Schmerzempfinden.

Wie schütze ich mein Tier?

Zuallererst solltet Ihr Euren Hund oder Eure Katze regelmäßig gründlich auf Zecken untersuchen, vor allem, wenn sie beispielsweise viel im Wald oder im hohen Gras unterwegs sind. Seid Ihr mit Eurem Hund länger draußen unterwegs, empfiehlt es sich, ihn bereits draußen regelmäßig abzusuchen.

Die Krabbeltierchen bevorzugen übrigens gut durchblutete Stellen mit dünner Haut und wenig Haaren. Heißt also, dass Ihr besonders Kopf, Ohren, Hals, Bauch, Schenkelinnenseiten und den Bereich zwischen den Zehen begutachten solltet.

Hund Zecke

Natürlich kann man auch prophylaktische Vorkehrungen treffen. Eine Impfung gegen Zecken gibt es übrigens nicht, lediglich Impfungen gegen einige Krankheiten, die ein Zeckenstich hervorrufen kann, wie beispielsweise Borreliose. Diese Impfung ist allerdings nicht unumstritten. Lasst Euch hier am besten von Eurem Tierarzt beraten, sofern Ihr eine Impfung in Erwägung zieht.

Halsbänder

Spezielle Halsbänder gegen Zecken geben über einen bestimmten Zeitraum regelmäßig ein Mittel ab, das repellierend – also abwehrend – und im Anschluss tödlich auf den Parasiten wirkt. Das heißt, dass die Zecken gar nicht erst auf das Tier klettern und dementsprechend auch nicht zustechen kann.

Spot-On Präparate

Spot-On Präparate werden in Form von Tropfen in den Nacken oder den Schwanzansatz der Tiere geträufelt und verteilt sich schließlich im Fell des Tieres. Die Zecken nehmen das Mittel bei Kontakt auf und sterben in der Regel innerhalb von 48 Stunden daran. In diesem Zeitraum haben die Zecken meist noch nicht zugestochen.

Kautabletten

Alternativ zu Spot-On Präparaten können auch Kautabletten verabreicht werden. Diese sollen je nach Zeckenarten acht bis zwölf Wochen wirken. Nachteil hier ist, dass die Zecke den Hund erst stechen muss, damit das Mittel wirkt. Als Schutz vor Krankheiten eignen sich die Kautabletten also nur bedingt.

Natürliche Präparate

Einigen Hundebesitzer sind die chemischen Mittel ein Dorn im Auge. So gibt es beispielsweise Anti-Zeckensprays auf pflanzlicher Basis. Viele schwören auf Kokosöl als Schutz vor Zecken: In naturbelassenem, hochwertigem Kokosöl befindet sich ein Laurinsäure-Anteil von 60 % – und diese Säure mögen Zecken gar nicht. Zum Schutz kann das Tier an anfälligen Stellen eingerieben werden. Am besten reibt Ihr Euren Hund vor einem Spaziergang ein, damit er das durchaus schmackhafte Öl nicht wieder ableckt.

Auch Knoblauchgranulat und Bierhefe sollen helfen, aber Achtung: Denkt daran, dass Knoblauch in hohen Mengen giftig für Euren Vierbeiner ist! Für den Zeckenschutz sollen aber bereits kleine Mengen ausreichen. Haltet Euch hier unbedingt an die Angaben des Herstellers und überlegt Euch gut, ob Ihr Knoblauchgranulat als möglichen Schutz wirklich einsetzen möchtet.

Wie entferne ich eine Zecke?

In jedem Fall müsst Ihr darauf achten, dass Ihr die Zecke nicht zerquetscht und möglichst nah an der Haut entfernt. Wird die Zecke geschädigt, drückt man die Körpersäfte direkt in den Hund oder die Katze – das ist natürlich fatal, wenn die Zecke wirklich infiziert ist. Als Hilfe könnt Ihr beispielsweise spezielle Zeckenkarten, Zeckenzangen und Zeckenschlingen nutzen – fasst die Zecke nie mit den Fingern an!

Zecke und ZeckenzangePinzetten sind in der Regel nicht besonders gut geeignet, da hier die Gefahr groß ist, die Zecke versehentlich doch zu zerquetschen oder nicht ganz aus der Haut entfernen zu können. Erfahrungsgemäß gelingt das Entfernen der Zecke mit oben abgebildeter Zange sehr gut und einfach.

Habt Ihr die Zecke entfernt könnt Ihr sie am besten in einem Taschentuch die Toilette herunterspülen, um sicherzustellen, dass sie nicht entkommt, in der Wohnung bleibt und eventuell sogar auf Euch oder andere Menschen übergeht.

Hanna | DeineTierwelt

Contentmanagement & PR

Redakteurin bei DeineTierwelt, Social Media Managerin und Hundemama.

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