Weniger Stress für Tiere an Silvester

In der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar feiern wir den Einzug ins neue Jahr und wollen mit Raketen und Böllern die bösen Geister der vergangenen Monate vertreiben. Was für uns eine altbekannte Tradition ist, ist für die meisten Tiere allerdings vor allem eines: Stress. Während sich einige Tiere lediglich zurückziehen, geraten andere in schiere Panik, sobald es draußen blitzt und knallt. Um die Silvesternacht so erträglich wie möglich für Eure Vierbeiner zu machen, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt.

Welpe liegt ängstlich auf Matte

Wie erkenne ich, dass mein Tier gestresst ist und Angst hat?

Hunde- und Katzenbesitzer merken in der Regel sofort, wenn etwas nicht mit dem Liebling stimmt. Einige Tiere zeigen Stress mehr, andere weniger – schließlich ist jeder Hund und jede Katze ein Individuum. Anzeichen für Angst bei Hunden sind beispielsweise geweitete Pupillen, starkes Hecheln, eingeklemmte Rute, angelegte Ohren und unruhiges Hin- und Herlaufen. Viele Tiere verstecken sich, wollen nicht nach draußen und zittern. Auch der Appetit lässt nach und Leckerchen werden nicht mehr angenommen. Katzen können hingegen den Spieltrieb verlieren und zeigen ein Abwehrverhalten den Menschen und Artgenossen gegenüber.

Sollte Euer Tier in der Silvesterzeit so panisch werden, dass Ihr wirklich Sorgen habt, dass ihm etwas passiert, solltet Ihr auf jeden Fall Rücksprache mit Eurem Tierarzt halten. Es gibt auch zahlreiche pflanzliche Mittel, die Eurem Vierbeiner helfen können, die Nacht gut zu überstehen, wie beispielsweise Bachblütentropfen oder Zylkène. Letzteres enthält das sogenannte Alpha-Casozepin, das aus Milcheiweiß gewonnen wird. Das Enzym entsteht beispielsweise auch im Darm von Welpen, wenn sie Muttermilch verdauen. Die Kapseln können bei der Bewältigung von Angst- und Stresssituationen unterstützend wirken und bereits im Vorfeld verabreicht werden.

Eine entspannte Atmosphäre schaffen

Macht es Eurem Vierbeiner Zuhause so angenehm wie möglich: Schließt die Fenster und verdunkelt den Raum mit Rolläden und Gardinen und bietet dem Tier einen gemütlichen Platz. Leise Hintergrundgeräusche vom Fernseher oder durch Musik lenken von den Knallgeräuschen draußen ab. Schaut am besten, wie Eure Fellnase reagiert: Einige Tiere sind sowieso schon mit der Geräuschkulisse überfordert, da kann Musik als weitere Geräuschquelle kontraproduktiv wirken.

Natürlich solltet Ihr an Silvester für Euer Tier da sein, vor allem, wenn es sehr ängstlich auf die Knallerei reagiert. Trotzdem solltet Ihr Euren Liebling nicht übermäßig verhätscheln. Hat der Hund große Angst und wird dann viel gestreichelt und beruhigt, heißt das für ihn, dass tatsächlich etwas nicht stimmen kann, denn sonst würde Herrchen oder Frauchen sich ruhig verhalten. Auch wenn es schwer fällt: Seid für Euren Liebling da, aber verhaltet Euch ganz normal, ruhig und souverän und gebt Euren Tieren dadurch ein Gefühl der Sicherheit, um die Angst nicht noch zu verstärken. Ihr seid Herr (oder Frau) der Lage und alles ist in Ordnung – das ist es, was Eurem verängstigten Vierbeiner am meisten hilft.

Auch am Silvestertag müssen Hunde natürlich raus, um ihr Geschäft zu verrichten. Hier solltet Ihr darauf achten, dass Ihr Eure Hunde unbedingt an der Leine behaltet. So ruhig Euer Vierbeiner vielleicht auch ist: Viele zünden ihre Böller bereits tagsüber und der laute Knall kann den Hund so erschrecken, dass er in lauter Panik kopflos wegrennt. Deshalb solltet Ihr auch immer darauf achten, dass Euer Liebling einen Adressanhänger am Halsband befestigt hat. Falls er sich doch losreißt, wissen mögliche Finder zu wem die Fellnase gehört. Katzen sollten wenn möglich im Haus gelassen werden. Auch die Tage nach Silvester sollten Eure Hunde lieber an der Leine bleiben, um nicht in Glasscherben oder Blindgänger zu laufen.

Auch Klein- und Wildtiere müssen geschützt werden

Auch wer Kleintiere wie Vögel oder Hamster hält, sollte Vorkehrungen treffen, denn durch die lauten Knallgeräusche und Blitze können sich die Kleinen sogar zu Tode erschrecken. Deckt den Käfig unbedingt mit einem Tuch ab und stellt ihn an einen möglichst ruhigen Ort. Auch hier gilt: Das Zimmer weitestgehend abdunkeln und vor Außengeräuschen schützen.

Nicht nur für die Haustiere, auch für Wildtiere und Tiere in Zoos und Tierparks ist die Knallerei absoluter Stress. Die plötzlichen Knallgeräusche reißen Vögel aus dem Schlaf, die panisch in die Luft fliehen und in ihrer Angst in Höhen fliegen, die sie sonst gar nicht erreichen. Und das ist sehr gefährlich: Durch den Stress und die körperliche Anstrengung zerren die Vögel an ihren ohnehin schon sehr knappen Energiereserven. Außerdem können die Tiere durch den Nebel der Knaller und dem Funkeln der Raketen die Orientierung verlieren und so gegen Gebäude oder Fahrzeuge fliegen und tödlich verunglücken.

Gutes tun statt Geld verpulvern

Anstatt das Geld im wahrsten Sinne des Wortes zu verpulvern, könntet Ihr es beispielsweise an Tierheime oder Tierschutzorganisationen spenden und damit etwas Gutes tun. Eine Glas Sekt mit den Liebsten und ein paar bunte Luftschlangen tun es um Mitternacht doch auch – sowohl Heim- als auch Wildtiere werden es Euch danken. In diesem Sinne: Guten Rutsch!

Hanna | DeineTierwelt

Contentmanagement & PR

Redakteurin bei DeineTierwelt, Social Media Managerin und Hundemama.

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